Heiligendarstellungen in Kommunalwappen

Antonius der Große - Andreas - Barbara - Birgitta von Schweden - Blasius - Clemens I. - Drei Könige - Florian - Fridolin von Säckingen - Gallus - Georg - Germane Cousin - Gertrud von Nivelles - Gotthard - Gregor der Große - Hildegard - Jakobus der Ältere - Johannes der Täufer - Knud Lavard - Laurentius - Ludger - Lucia - Margareta von Antiochien - Maria - Martin von Tours - Mauritius und Gefährten - Michael - Nikolaus von Myra - Pankratius - Paulus - Petrus - Sebastian - Stanislaus von Krakau - Ursula - Valentin von Terni - Verena von Zurzach - Victor und Gefährten - Walburga

Die Liste wird sporadisch erweitert. (Stand: 06.01.2007)

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Antonius (der Große) - 17. Januar:

Landkreis Gießen

Bildquelle:

Archiv www.okiwappen.de

 

Antonius wurde 251 oder 252 in Kome, dem heutigen Keman in Mittelägypten geboren. Nach dem Tode seiner Eltern verschenkte der junge Antonius seinen gesamten Besitz und zog sich in die Einsamkeit der libysch-ägyptischen Wüste zurück, um dort Gott in einem asketischen Leben als Eremit zu dienen. Sein erster Aufenthaltsort war eine Felsengrabkammer, wo er über 20 Jahre lang lebte. Trotz seines abgeschiedenen Lebens hatte er Kontakte zur Außenwelt, denn um 311 half er trotz eines ausdrücklichen Verbotes unter Lebensgefahr vielen Glaubensbrüdern der Verfolgung in Alexandria zu entgehen. Danach zog er sich für immer in die Wüste zurück. Seinen Lebensunterhalt bestritt er als Bauer. Zugleich betätigte er sich auch als Ratgeber und Lehrer für eine immer größer werdende Schar von Anhängern. Hier in der Abgeschiedenheit der Wüste begründete er die bis dahin unbekannte Form einer Einsiedlergemeinde. Später entstanden daraus Mönchsgemeinden, wie wir sie in Form von Klöstern kennen. Antonius soll es auch gewesen sein, der die "Angelica", wie der Mönchshabitus genannt wird, einführte.

Kurz vor seinem Tode ging er auf Bitten seines Freundes Athanasius, dem Patriarchen von Alexandria, in diese Stadt, wo er sich in flammenden Reden gegen die Irrlehren der Arianer wandte. Im Alter von etwa 105 Jahren verstarb Antonius 356 im ägyptischen Tabenisi. Schon bald nach seinem Tode erhielt der "Mönchsvater" den ehrenden Beinamen "der Große".

Im Jahre 1095 gründete ein französischer Adliger den Antoniterorden (Hospitalbrüder vom heiligen Antonius), der sich der Krankenpflege und der Pilgerbetreuung verschrieben hatte. Schwerpunkt des Krankenpflegedienstes war die Versorgung von Menschen, die unter dem sogenannten Antoniusfeuer litten. So bezeichnete man im Mittelalter eine epidemische Krankheit, die durch den Genuß von giftigem Mutterkorn hervorgerufen wurde.

Die Antoniter genoßen das Privileg, für ihre Krankenpflegearbeit ihre Schweine frei weiden zu lassen. Als Kennzeichen trugen diese "Antonius-Schweine" ein Glöckchen.

Die dem Orden angehörigen Brüder trugen auf ihrer Kutte ein T-förmiges Kreuz. Es wird als Antoniuskreuz bezeichnet. Heute gilt dieses Kreuz als das heraldische Attribut des Heiligen schlechthin. In manchen Darstellungen hängen an den Kreuzenden noch die Glöckchen der Antonius-Schweine.

Seine Reliquien werden seit 1491 in der Pfarrkirche St.-Julien im provenzalischen Arles aufbewahrt. Daher ist auch zu erklären, daß sich die Verehrung dieses Heiligen im wesentlichen auf den französischen und rheinischen Raum beschränkt.

Antonius wird in der Kunst als Greis mit Stab (oftmals mit T-Krücke), Buch oder Schwein dargestellt. In der Heraldik beschränkt man sich die Darstellung auf das Antoniuskreuz, wie beispielsweise im Wappen des hessischen Landkreises Gießen. Das Wappen ist geteilt und zeigt oben in Silber ein rotes Balkendreieck, unten in Blau das silberne Antoniuskreuz. Der landschaftlich reizvolle Kreis erstreckt sich zwischen dem Gladenbacher Bergland, den Taunusausläufern und dem Vogelsberg. Seit 1242 bestand im Kreisgebiet ein Antoniterkloster, mit dessen Einkünften die Gießener Universität dotiert wurde. Deshalb führt die Universität das Antoniuskreuz, welches 1952 bei Gründung des Landkreises auch in dessen Wappen übernommen wurde. Das rote Balkendreieck verweist auf die für den Kreis typischen Fachwerkhäuser.

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Andreas - 30. November:

Miasto Zloczew (PL)

Bildquelle:

Herbarz Miast Polskich, Andrzej Plewako - Jozef Wanag; Arkady Verlag, Warschau 1994

Den wenigsten deutschen Leser dürfte die Stadt Zloczew in der Wojewodschaft Sieradz ein Begriff sein. Zloczew liegt im Lodzer Land, etwa 70 km nordnordwestlich des weltbekannten Marienwallfahrtsortes Tschenstochau, bzw. etwa 120 km nordnordöstlich der altehrwürdigen schlesischen Hauptstadt Breslau. In dem seit 1605 geschichtlich erwähnten Städtchen befindet sich eine Pfarrkirche, die dem heiligen Apostel Andreas geweiht ist. Diese Figur des Kirchensiegels hat auch als alleinige Figur Eingang in das Stadtwappen gefunden, welches 1919 angenommen wurde. Der Apostel Andreas ist in der Heraldik kein Unbekannter. Allerdings finden wir ihn fast immer nur durch sein Attribut verkörpert, dem so genannten Andreaskreuz. Darunter versteht man ein Kreuz, welches aus zwei Schrägbalken gebildet wird. Es wurde schon sehr früh als christliches Glaubenssymbol bekannt und beliebt, da es dem griechischen Buchstaben Chi (X) gleicht. Chi (X) steht als Abkürzung für Christus. Aber auch außerhalb der Heraldik und Nichtchristen ist das Andreaskreuz als Warnzeichen vor Bahnübergängen ein Begriff geworden.

Im Wappen des kleinen polnischen Städtchens Zloczew finden wir den Apostel Andreas figürlich dargestellt. Um die Figur als Andreas zu charakterisieren, hält er sein Attribut, eben das nach ihm benannte Andreaskreuz in Händen. Ferner wird die Heiligenfigur durch die Buchstaben S und A begleitet. Sie stehen für lateinisch Sanctus Andreas oder polnisch Swieta Andrzeja oder deutsch Sankt Andreas.

Mit dem Gedenktag des Apostels und Märtyrers Andreas beginnt das neue Kirchenjahr. Andreas stammte aus Bethsaida in Galiläa und lebte mit seinem jüngeren Bruder Simon, dem späteren Apostel Petrus in Karfanaum am See Genezareth. Dort verdienten sich die beiden Brüder als Fischer ihren Lebensunterhalt. Andreas ist der erste namentlich in den Heiligen Schriften erwähnte Apostel Jesu Christi, weshalb er auch als "Erstberufener" bezeichnet wird. Mit den Worten "Folget mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen" erteilte Christus ihm und seinem Bruder Petrus den Auftrag, das Evangelium zu verkünden.

Seine Missionsreisen führten ihn in die Gebiete um das Schwarze Meer und nach Griechenland, wo er sich in Patras niederließ. Um das Jahr 60 erreichten die unter dem römischen Kaiser Nero angeordneten Christenverfolgungen auch diese Stadt. Andreas blieb seinem Glauben standhaft, was das Todesurteil für ihn bedeutete. Am 30. November 60 (62) erlitt er unter dem Prokonsul Achaia Aegeas den Kreuzestod. Seine Hinrichtung erfolgte an einem schrägen Kreuz, das seither Andreaskreuz genannt wird.

Die seit dem 4. Jahrhundert in Konstantinopel aufbewahrten Reliquien des Heiligen wurden 1208 nach Italien verschleppt, wo sie  im Dom S. Andrea in Amalfi, südlich von Neapel ruhen. Das 1462 nach Rom gelangte Haupt wurde 1964 als Zeichen der Versöhnung mit der griechisch-orthodoxen Kirche zurückgegeben und ruht seitdem in Patras.

Andreas war der Schutzpatron des burgundischen Herzoghauses, daher gilt das Andreaskreuz auch als das Emblem von Burgund. Aber auch die schottische Flagge zeigt ein weißes Andreaskreuz auf blauem Grund, da er auch als Schutzpatron Schottlands gilt.

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Barbara - 4. Dezember:

Im Wandel der Zeit:

Miasto Strumien (PL)

Bildquelle:

Archiv  www.okiwappen.de

Ehemalige Stadt Schwarzwasser (Oberschlesien)

Bildquelle:

Archiv  www.okiwappen.de

 

Im 15. Jahrhundert wurde die heilige Barbara als eine der beliebtesten Heiligengestalten den Vierzehn Nothelfern zugeordnet. Leider ist auch bei ihr, wie bei fast allen Nothelfern, die Lebensgeschichte vollkommen von Legenden überwuchert. Diese berichten, daß Barbara am Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedien, dem heutigen Izmed in der Türkei, lebte. Sie muß von außergewöhnlicher Schönheit, gepaart mit Gelehrtheit und scharfem Verstand, gewesen sein. Obwohl die reichsten und wohlhabendsten jungen Männer um ihre Hand anhielten, wies sie jeden zurück. Stattdessen pflegte sie intensiven Kontakt mit einer kleinen Gruppe von Christen, die in ständiger Angst vor Verfolgung im Verborgenen lebte. Und hier gelangte sie zu der Erkenntnis, daß dies der wahre Glaube sei, den zu leben sie gewillt war.

Ihrem Vater Dioscuros paßte der Umgang seiner Tochter mit den verhaßten Christen in keiner Weise und er versuchte, diesen Kontakt zu unterbinden. Zu diesem Zwecke ließ er einen Turm bauen, in dem Barbara künftig eingesperrt leben sollte. Als er nach einer Reise die Bauarbeiten überprüfte, stellte er fest, daß der Turm statt zwei drei Fenster aufwies. Barbara antwortete ihm, daß diese Dreizahl das Symbol des dreieinigen Gottes der Christenheit sei. Rasend vor Zorn wollte er seine Tochter schlagen, doch eine sich öffnende Erdspalte verbarg schützend die junge Frau.

Später überstellte der Vater seine Tochter dem Statthalter, einem erbitterten Christenverfolger. Dieser ließ Barbara geißeln, mit Keulen schlagen, mit Fackeln brennen und ihr die Brüste abschneiden. Derart entstellt und gedemütigt sollte die junge Frau dann durch die Straßen getrieben und als Abschreckung zur Schau gestellt werden. Da erschien der Legende zufolge ein Engel vom Himmel und hüllte Barbaras blutenden Körper in ein weißes Gewand. Der eigene Vater erschlug daraufhin seine Tochter mit dem Schwert. Kaum hatte er die Tat vollbracht, wurde er selbst vom Blitz erschlagen. Das Todesjahr soll das Jahr 306 n.Chr. gewesen sein.

Um die Gestalt der heiligen Barbara entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte viele Volksbräuche. Einer der beliebtesten ist das Schneiden der Barbara-Zweige an ihrem Festtag, dem 4. Dezember. Diese Obstbaumzweige entwickeln dann, in eine Vase gestellt bis Weihnachten Blüten. Probieren Sie es einmal aus - ein Frühlingsgruß unter dem Tannenbaum!

Im Rheinland gilt sie als Begleiterin des heiligen Nikolaus. Für Artilleristen ist das Barbarafest das größte Ereignis des Jahres. In den traditionellen Bergbaugebieten Sachsen, Schlesien, Böhmen, Lothringen und Südtirol wird sie als Schutzpatronin der Bergleute verehrt. So ist auch ihre Darstellung im Wappen von Strumien, dem früheren Schwarzwasser zu erklären. Anhand ihrer Attribute Schwert, Kirchturm und Kelch mit Hostie ist die heilige Barbara  unschwer zu erkennen. Typisch ist auch die Darstellung im langen, gegürteten Kleid mit Mantel oder Umhang. Letzterer symbolisiert den sogenannten "Schutzmantel" der Nothelfer.

Die frühere schlesische Stadt Schwarzwasser im polnisch-tschechischen Grenzgebiet der Beskiden führt die Heilige seit 1503 im Schild. Mit Eingliederung der Stadt in den polnischen Staat wurde der schlesische Adler (erkennbar am silbernen Halbmond mit Kreuzchen) durch den oberschlesischen ersetzt (erkennbar durch die Farbgebung Blau-Gold, den Farben Oberschlesiens).

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Birgitta von Schweden - 23. Juli:

Kommune Maribo  (DK)

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Archiv  www.okiwappen.de

Birgitta Birgersdotter erblickte 1304 im südschwedischen Finsta bei Uppsala das Licht der Welt. Bereits im Alter von sieben Jahren hatte sie die ersten Visionen des gekreuzigten Heilandes. Mit 13 Jahren wurde sie mit dem Adligen Ulf Gudmarsson verheiratet. Dieser glücklichen Ehe entsprangen vier Söhne und vier Töchter. Birgitta genoß in ihrem Umfeld höchstes Ansehen ob ihrer frommen Lebensweise und ihrer außergewöhnlichen Wohltätigkeit. Am Hof des schwedischen Königs Magnus Eriksson hatte sie als Hofmeisterin großen Einfluß.


Um 1341/1342 unternahm sie mit ihrem Ehemann eine Wallfahrt nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakob der Ältere. Diese Reise durch Europa konfrontierte das Ehepaar mit der europäischen Geschichte: Frankreich befand sich mit England im sogenannten 100-jährigen Krieg, der Papst lebte im Exil in Avignon, welches die Einheit der Kirche bedrohte. Ulf Gudmarsson zog sich nach dieser Wallfahrt in ein Zisterzienserkloster zurück und verstarb 1344. Der Tod ihres geliebten Mannes veränderte auch das Leben der heiligen Birgitta. Ihre Visionen häuften sich, sie zeichnete  alle Erscheinungen in schwedischer Sprache auf. In ihren Visionen nannte Christus sie „Seine Braut“ und forderte sie auf, als Mittlerin tätig zu werden.


1346 schenkte König Magnus Eriksson der Mystikerin ein Gut in Vadstena, wo Birgitta ein Kloster gründete. Es war das erste Haus des neunen Birgittenordens. Die von Birgitta erarbeitete Ordensregel war eine Ergänzung der Augustinerregel und wurde 1370 und 1378 von den Päpsten Urban V und Urban VI in Rom bestätigt.
Nach einer Pilgerreise in das Heilige Land starb Birgitta am 23. Juli 1373 in Rom. Ihre später ebenfalls heiliggesprochene Tochter Katharina (von Schweden) überführte ihren Leichnam nach Vadstena.


Eines der wenigen Klöster des Birgittinenordens befand sich im dänischen Maribo. Das alte Stadtsiegel zeigte eine Frau mit ausgebreiteten Armen. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei um eine Mariendarstellung, den der Stadtname Maribo bedeutet Marienstadt. Später wurde die Gestalt in die heilige Birgitta umgedeutet, als Erinnerung an das segensreiche Wirken der Birgittinernonnen in der Stadt. Die Ordenstracht der Birgittinerinnen zeichnet sich durch die eigenartige Zeichnung der Kopfhaube aus. Sie stellt ein weißes Kreuz dar, an dessen Eckpunkten rote Punkte stehen: Symbol für die Dornenkrone Jesu.


Weitere interessante Details über diesen Orden können Sie auf dessen englischsprachiger Website www.svenskakyrkan.se/vadstena/birgitta.html lesen.

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Blasius - 3. Februar:

Stadt Zehla-Mehlis

Bildquelle:

Archiv  www.okiwappen.de

 

Am 3. Februar wird in vielen katholischen Kirchen der Blasiussegen gespendet. Da er gegen Halserkrankungen schützen soll, kann er mit einem Augenzwinkern als ein Vorläufer moderner Grippeschutzimpfungen angesehen werden. Wie kam es zu diesem Brauch, der seit dem 16. Jhdt praktiziert wird?

Blasius lebte im 3. Jhdt im armenischen Sebaste, einem Ort in der heutigen Türkei. Dort übte er der Legende zufolge eine ärztliche Praxis aus, bevor er zum Bischof von Sebaste gewählt wurde. Unter dem römischen Kaiser Licenius setzte im Römischen Reich eine Christenverfolgung ein. Im Jahre 316 wurde auch Blasius ergriffen und mit vielen Glaubensbrüdern eingekerkert.

Blasius erlitt ein grauenvolles Martyrium, die in einer Zerfleischung mit eisernen Kämmen endete. Die anschließende Enthauptung setzte diesen unvorstellbaren Torturen ein gnädiges Ende.

Während seiner Kerkerhaft bewahrte er einen Jungen vor dem Tode, der an einer Fischgräte zu Ersticken drohte. Aus dieser legendenhaft überlieferten Begebenheit erwuchs ein ausgeprägtes Brauchtum. Am bekanntesten ist der Blasiussegen, bei dem zwei geweihte Kerzen schräg gekreuzt vor den Hals des Gläubigen gehalten werden.

In der Wappenkunst (Heraldik) wird der Heilige fast immer als Bischof dargestellt. Um ihn dabei von anderen  Bischofsdarstellungen unterscheiden zu können, führt er zwei gekreuzte Kerzen als Attribut (Erkennungszeichen).

Im viergeteilten Wappen der thüringischen Stadt Zella-Mehlis erkennen wir ihn daher unschwer im 1. Feld. Das Wappen entstand 1919 bei der Vereinigung von Zella St. Blasii und Mehlis. Von beiden Ortsteilen wurden die Schutzpatrone ihrer Pfarrkirchen in das neue Stadtwappen übernommen; aus Zella den heiligen Blasius und aus Mehlis die heilige Maria Magdalena. In dieser Form wurde das Wappen sogar während der Zeit zweier totalitärer, kirchenfeindlicher Systeme geführt. Im Jahre 1990 änderte der Stadtrat die Tingierung des Wappens Die jetzt silbern gefärbten Felder waren früher rot; Armbrust und Berghämmer golden. Mit der heutigen Tingierung Blau und Silber werden die Stadtfarben hervorgehoben.

Armbrust und Berghämmer symbolisieren den hier beheimateten Eisenbergbau und die Waffenindustrie.

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Clemens I. - 23. November:

Amt Kirchspielslandgemeinde Büsum

Bildquelle:

Die Wappen der Kreise, Ämter, Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein, Martin Reißmann; Druck- und Verlagsgesellschaft Husum 1997

 

Clemens Romanus kam um das Jahr 50 n.Chr. in Rom zur Welt. Er wurde im heidnischen Glauben erzogen. Nach der Überlieferung suchte Clemens als junger Gelehrter einen Beweis für die Unsterblichkeit der Seele. Beim Anhören einer Predigt des Apostels Barnabas wurde er von der Faszination des Christentums ergriffen und ließ sich taufen. Barnabas führte ihn zu Petrus. Petrus bestätigte ihm die Unsterblichkeit der Seele. In der Folgezeit lernte Petrus den jungen Clemens schätzen und bestimmte ihn zu seinem Nachfolger als Gemeindevorsteher von Rom, sprich Bischof von Rom.

Nach dem Tode von Petrus im Jahre 64 weigerte sich Clemens jedoch, die Nachfolge anzutreten. So wurden Linus und später Anakletus zu Bischöfen von Rom gewählt. Um das Jahr 88 wurde der Druck der Geistlichen und des Volkes auf ihn so groß, daß er endlich das Amt dem Wunsche Petrus entsprechend antrat. Frühe Papstverzeichnisse sagen aus, daß er das Amt bis zum Jahre 97 innehatte. Allerdings ist über seine Amtszeit kaum etwas überliefert. Er gilt als Verfasser der beiden "Clemensbriefe". Diese Briefe sind eine wichtige Informationsquelle über das Leben, die Lehre und die Organisation der frühen christlichen Kirche.

Kaiser Trajan verbannte Clemens der Legende nach mit vielen anderen Christen in den berüchtigten Marmorsteinbruch von Chersonnes - dem heutigen ukrainischen Sewastopol - auf der Krim. In den dortigen Steinbrüchen herrschte akuter Wassermangel und die Zwangsarbeiter drohten zu verdursten. Während eines inständigen Gebetes sah Clemens ein Lamm an einer bestimmten Stelle mit dem Huf scharren. Er grub mit den Händen nach und plötzlich ersprudelte eine Quelle aus dem Boden. Viele Zwangsarbeiter ließen sich daraufhin taufen. Davon unterrichtet, ließ Kaiser Trajan ihn mit einem Anker um den Hals ins Meer stürzen. Die neugetauften Mitchristen wurden ebenfalls hingerichtet.

Der Slawenapostel Cyrillus von Saloniki soll die Gebeine von Clemens schließlich gefunden haben und in die nach ihm geweihte Kirche St. Clemens in Rom übertragen haben. Diese Kirche war an der Stelle des Elternhauses von Clemens errichtet worden und wurde bereits im 4. Jahrhundert erwähnt. Sie gehört kunsthistorisch zu den wichtigsten Kirchenbauten überhaupt, da sie den Charakter einer frühchristlichen Basilika bewahrt hat. Die Reliquien des großen Papstes Clemens I. werden im Hochaltar der  Oberkirche aufbewahrt, die über der uralten Basilika errichtet wurde.

Infolge der Todesart seines Märtyrertodes gilt Papst Clemens I. unter anderem auch als Schutzpatron der Seeleute. So ist es nicht verwunderlich, ihn in einem Wappen eines Küstenortes zu finden. Die Bewohner der früheren Insel Büsum waren von jeher der Seefahrt eng verbunden. Bereits das alte Kirchspielssiegel aus dem Jahre 1281 zeigte die Figur des heiligen Clemens mit Anker und zum Segen erhobener Linken. Bis zum Jahre 1934 zierte dieses Bildnis die amtlichen Schreiben. Nach der Wiederbelebung der Kirchspielsgemeinde in Form eines Amtes im Jahre 1950 fand das Bildsiegel Eingang in das 1991 genehmigte Wappen. Die Farben der heutigen Wappenfassung sind im wesentlichen die schleswig-holsteinischen.

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Florian - 4. Mai:

Miasto Kolno (PL)

Bildquelle:

Herbarz Miast Polskich, Andrzej Plewako - Jozef Wanag; Arkady Verlag, Warschau 1994

 

In kaum einer bayerischen oder österreichischen Bauernstube fehlt das Bild des heiligen Florian, des Schutzpatrons gegen Wasser- und Feuergefahren. Die vielen Legenden, die sich um seine Person ranken, haben folgenden wahren Kern:

Florian erblickte in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts im heutigen Zeiselmauer bei Wien das Licht der Welt. Von seinen Eltern wurde er im christlichen Glauben erzogen. Nach einigen Dienstjahren als Offizier im römischen Heer wurde er Leiter der Kanzlei des kaiserlichen Statthalters in Laurianum, dem heutigen Lorch/Enns in Oberösterreich.

Unter Kaiser Diokletian setzten im römischen Reiche zu Beginn des 4. Jahrhunderts grausame Christenverfolgungen ein. Bei dieser Christenhatz wurden in Lorch 40 Gläubige verhaftet und in den Kerker geworfen. Bei dem Versuch, sie zu befreien, wurde der gläubige Christ Florian ebenfalls gefaßt. Sein direkter Vorgesetzter, der Statthalter Aquilianus ließ ihn auf das Grausamste foltern. Zuletzt hängte man Florian einen Mühlstein um den Hals und ertränkte ihn in der Enns.

Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Rahmen von Ausgrabungen die Gebeine der übrigen 40 getöteten Christen gefunden, für die der heilige Florian sein Leben eingesetzt hatte.

In der darstellenden Kunst wird Florian meist als römischer Soldat dargestellt, der ein brennendes Haus mit Wasser löscht. Deswegen wird er besonders in den Reihen der Feuerwehrleute verehrt, die im süddeutschen Raum auch als "Floriansjünger" bezeichnet werden. Aber auch im norddeutschen Raum verwendet die Feuerwehr als Funkrufname die Bezeichnung FLORIAN.

Eine gelungene Darstellung des Heiligen finden wir im Wappen der polnischen Stadt Kolno. Kolno liegt in der Wojewodschaft Lomza im Nordosten Polens. Das Wappen wurde der Stadt 1754 durch den polnischen König August III verliehen. August III ist in Deutschland als Friedrich August II, Kurfürst von Sachsen bekannt, der Sohn des legendären "August, der Starke".

Und wer kennt nicht das sehr weltliche und "unheilige" Floriansprinzip?:

"Heiliger Sankt Florian, du Wasserkübelmann,

verschon mein Haus, zünd' andere an!"

 

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Fridolin von Säckingen - 6. März:

erloschenes (1939) Wappen Stadt Glarus (CH)

Bildquelle:

Archiv  www.okiwappen.de

 

Der Missionar Fridolin, der weniger wegen mitreißender Predigereigenschaften als vielmehr wegen seiner großen Güte in die Geschichte einging, soll gegen Ende des 5. Jahrhundert als Glaubensbote von Irland gekommen sein. Die Legende berichtet, daß er zunächst nach Poitiers (Frankreich) zog, um dort das Grab des von ihm sehr verehrten Bischof Hilarius zu besuchen. Die Grabkirche war durch die Wirren der Völkerwanderung zerstört. Es gelang ihm, aus den Trümmern die Gebeine von Hilarius zu bergen. Mit Unterstützung der Gläubigen errichtete er eine neue Hilariuskirche und wurde Abt des zur Kirche gehörenden Klosters.

Eines Tages befahl ihm im Traum eine Stimme, auf einer Insel im Rhein zu missionieren. Fridolin zog daraufhin Richtung Osten nach Deutschland. Unermüdlich predigte er landauf, landab entlang des Rheines, wobei er zahlreiche Klöster und Kapellen errichtete, die alle seinem großen Vorbild, dem heiligen Hilarius geweiht wurden. Im badischen Säckingen fand er endlich seine "Trauminsel" im Rhein, auf der er ein Kloster und eine Kirche errichten ließ.

Schon bald wurde die Rheininsel zu einer weithin bekannten Insel des Gebetes und des Friedens. Die Missionierung des Oberrheingebietes nahm von hier aus einen großen Aufschwung. Oftmals wird Fridolin daher auch als "Apostel des badischen Oberlandes" bezeichnet. Er starb im Jahre 538.

Höhepunkt der Fridolinverehrung ist eine Prozession, die jährlich am 6. März in Säckingen stattfindet. Acht Männer tragen hierbei den 6 Zentner schweren silbernen Rokokoschrein mit den Reliquien des heiligen Fridolin durch die Straßen von Säckingen. Zum Ausklang der Prozession gibt es ein Volksfest in der Säckinger Au. Diese Prozession ist seit 1347 überliefert.

Das Kantonswappen des deutschsprachigen ostschweizerischen Kantons Glarus führt den Heiligen im Schilde. Leider zeigen die Glarner das Wappen in unheraldischer Tingierung: In Rot die schwarzgekleidete Pilgergestalt des heiligen Fridolin. Das 1939 erloschene Wappen der Kantonshauptstadt dagegen weist eine korrekte Tingierung auf. Die Darstellung zeigt den Heiligen als Pilger mit Pilgerstab und Pilgerbeutel. Interessant ist dabei die Tatsache, das der heilige Fridolin niemals in diesem Gebiet tätig war. Aber das Gebiet des heutigen Kantons kam im 9. Jahrhundert in den Besitz des Hilarius-Klosters von Säckingen, dem es bis 1798 zinsverpflichtet war! 

Heute führt die Stadt Glarus in Gold einen stehenden schwarzen Steinbock. Der Kantons- und Stadtname Glarus soll übrigens auch vom Namen des heiligen Hilarius abgeleitet sein. Angeblich wurde das im Besitz des Säckinger-Klosters befindliche Land als "Hilarius-Land" bezeichnet worden sein. Später hat sich diese Bezeichnung zu "Glarus-Land" verschliffen. Wahrscheinlicher jedoch ist die Ableitung vom lateinischen Namen Claruna. Über weitergehende Informationen bezüglich der Stadtgeschichte sowie der Namensableitung verweise ich Sie gerne auf die Homepage: http://www.ref.ch/glarus-riedern/2_f&l_kirchengeschichte.htm.

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Gallus - 16. Oktober:

erloschenes (1972) Wappen Landkreis Roding

Bildquelle:

Deutsche Wappen Band 1, Klemens Stadler; Angelsachsenverlag Bremen 1964

Gemeinde Rangendingen

Bildquelle:

Kreis- u. Gemeindewappen in Baden-Württemberg Band 4, Heinz Bardua; Theiss Verlag Stuttgart 1987

Diejenigen Leser, die den Namen des heiligen Gallus unwillkürlich mit dem Schweizer Kanton und der Stadt Sankt Gallen in Verbindung bringen, liegen vollkommen richtig. Aus einer Zelle des irischen Wandermönchs Gallus entwickelte sich im Mittelalter eine der bedeutendsten Abteien Europas. Ihre Geschichte erstreckt sich über 12 Jahrhunderte. Sie gestaltete die Kultur Europas maßgeblich mit.

Gallus wurde um 550 in Irland geboren. Er gehört zu den zwölf Mönchen des berühmten irischen Klosters Bangor, die um 590 in Frankreich beginnend, missionierend durch Europa zogen. Gemeinsam mit dem heiligen Kolumban zog Gallus durch Frankreich an den Züricher See. Dort ließen sich die beiden nieder, um die dortige heidnische Bevölkerung zu missionieren. Ihre Versuche fielen jedoch nicht auf fruchtbaren Boden, im Gegenteil. Voller Zorn steckte der hitzige Kolumban die heidnischen Altäre an und warf die Opfergaben in den See. Diese unbesonnene Handlungsweise reizte die heidnische Bevölkerung aufs Blut und den beiden irischen Mönchen blieb nur die Flucht nach Bregenz. Auch hier wurden sie nach mehrjähriger Missionstätigkeit vertrieben. In den Folgejahren missionierten sie weiterhin gemeinsam im Bereich des Bodensees. Dann trennten sich ihre Wege. Kolumban zog über die Alpen nach Oberitalien, wo er später das Kloster Bobbio gründete. Der von Krankheit geschwächte Gallus blieb zurück. Nach seiner Genesung wirkte er als Eremit aus seiner Klause am Mühlentobel. Seine Ratschläge waren bei der Bevölkerung und der Priesterschaft so angesehen, daß man ihm 615 die Bischofswürde von Konstanz antrug. Gallus lehnte ab 10 Jahre später trug ihm eine Abordnung des von ihm während der Wanderjahre durch Frankreich mitgegründete Kloster Luxeuil die Abtswürde an. Wiederum lehnte der Einsiedler ab. Er war glücklich und zufrieden in seinem Wald. Zwischenzeitlich hatte er eine größere Schar Gleichgesinnter um sich geschart und lebte mit ihnen nach den Klosterregeln seines früheren Gefährten Kolumbian.

Am 16. Oktober 640 verstarb Gallus im Alter von 90 Jahren in Arbon (Schweiz). Beigesetzt wurde er in seiner Klause zwischen dem Altar und der Chorwand. 80 Jahre entstand aus dieser Zelle die Abtei St. Gallen, in der Abt Otmar die Benediktinerregel einführte. Heute zeugt die barocke Klosteranlage von St. Gallen von der Blüte und Größe dieser Abtei.

Der heilige Gallus wird in der Kunst meist als Einsiedler oder Mönch dargestellt. Als Attribut führt er meist einen Wanderstab in der Hand. Im Wappen des früheren bayerischen Landkreises Roding finden wir den Heiligen als Bischof dargestellt, obwohl er dieses Amt nie bekleidete. Als Patron der Rodinger Pfarrkirche fand er Eingang in das Wappen. Als Vorbild für die Darstellung diente ein frühgotischer Freskenzyklus in der Rodinger Josefikapelle. Der Landkreis Roding ging im Laufe der Gebietsreform 1972 im Landkreis Cham auf. Damit ging auch das Wappen unter.

Im Wappen der im Hohenzollerschen Lande (Baden-Württemberg) gelegenen Marktgemeinde Rangendingen finden wir einen Bären, der einen Lindenast in seinen Pranken hält. Auf den ersten Blick ist keine Verbindung zum heiligen Gallus zu entdecken. Und doch ist der Bär als Attribut des Heiligen zu sehen. Einer Legende zufolge, legte sich Gallus während seiner Wanderschaft im finsteren Wald ohne Furcht vor den wilden Tieren zum Schlafe nieder. Während der Nacht machte sich ein Bär über die Lebensmittelvorräte her. Zur Strafe befahl Gallus, daß er ihm Brennholz zu sammeln habe. Eine andere Legende erwähnt, daß Gallus einem Bären einen Dorn aus dem Fuß gezogen und ihn dadurch gefügig gemacht hat. Auf diese Legenden bezieht sich das Gemeindewappen, denn Gallus ist der hiesige Kirchenpatron. Um das Jahr 800 hatte das Kloster Sankt Gallen Besitzungen im Ort Rangendingen.

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Georg - 23.April:

Stadt Heide

Bildquelle:

Archiv  www.okiwappen.de

 

Georg - kaum ein Heiliger ist so legendenumrankt wie dieser Märtyrer aus Kappadokien. Sein Bild - er hoch zu Roß einen Drachen bekämpfend - gehört zu den bekanntesten Heiligendarstellungen der Christenheit. Seit 1222 ist Georg der Schutzpatron Englands, sein Festtag am 23. April zählt zu den höchsten des Landes. Der Staat Georgien trägt sogar seinen Namen. Die Dardanellen hießen früher einmal "Meerenge des heiligen Georgs". Dabei gibt es so gut wie keine verläßlichen Daten über Leben und Wirken Georgs, wogegen die Zahl der Legenden so groß ist, daß der Heilige auch als mythologische Figur verstanden wird.

Im mittelalterlichen Band "Legenda aurea" von Jacapo da Voragine ist die wohl bekannteste Legende um ihn festgehalten. Danach entstammte Georg - auch Jürgen oder Jörg genannt - einer vornehmen Familie aus Kappadokien, einem Landstrich in der heutigen Türkei. Zunächst diente er als Soldat, später als Tribun im römischen Heere unter Kaiser Diokletian, obwohl dieser die Christen erbittert verfolgte, zu denen sich auch Georg bekannte.

Zu jener Zeit tyrannisierte ein Drachen das Land. Täglich mußten ihm zwei Schafe geopfert werden. Nachdem alle Schafe dahin waren, forderte das Untier Menschenopfer. Per Los wurde das erste Opfer bestimmt. Es fiel auf die Königstochter Aja, die in Brautkleidung den Opfergang antrat. Da griff Georg den Drachen an, verletzte ihn mit einer Lanze und führte ihn dem Volke vor. Er versprach, das Untier zu töten, wenn sich alle von ihm taufen lassen würden. König und Volk waren einverstanden. Georg tötete den Drachen und anschließend traten 15.000 Menschen zum christlichen Glauben über.

Im Jahre 305 wurde er von Christenverfolgern festgenommen und gefoltert. Obwohl er auf ein Rad gebunden in glühenden Kalk geworfen wurde, überstand er dies ohne Verletzungen. Dieses Wunder beeindruckte die Kaiserin so sehr, daß sie sich ebenfalls bekehren ließ. Diokletian ließ daraufhin Kaiserin und Georg vor den Toren der Stadt enthaupten.

Die Kreuzfahrer trugen den Namen Georgs nach Europa. Dort wurde er besonders von den Rittern hoch verehrt, weniger wegen seines Märtyrertumes, sonders wegen seiner Ritterlichkeit.

Im Volksalltag spielte der Georgstag - der 23. April - früher eine wichtige Rolle. Er markierte den Abschluß der Frühjahrsfeldbestellung. Dienstboten konnten am 23.04. den Dienstherrn wechseln. Höchstens bis zum Georgstag wurden Zinsen gestundet.

Auch in der deutschen Kommunalheraldik spielt der Heilige eine große Rolle. Aus der Vielzahl der Kommunalwappen, die den heiligen Georg als Motiv haben, stelle ich Ihnen das Wappen der schleswig-holsteinischen Stadt Heide vor. Im Gegensatz zur üblichen Darstellung - hoch zu Roß - steht er hier auf dem Leib eines auf dem Rücken liegenden Drachen und stößt ihm seinen Speer in den Rachen. Das Wappen, welches in dieser Form am 31.01.1952 genehmigt wurde, geht zurück auf ein Siegel von 1461. Zu dieser Zeit war Heide das Zentrum der Bauernrepublik Dithmarschen.

Das Heidebüschel im Wappen erklärt "redend" den Ortsnamen. Die Bedeutung des Ankers dagegen ist nicht mehr bekannt.

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Germana Cousin - 15. Juni:

Ville Théoule-sur-Mer (F)

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Sommerzeit - Urlaubszeit! Unser heutiger Wappenausflug führt uns denn über die Grenzen unseres Landes hinweg in das südliche Frankreich. Genauer gesagt in das Städtchen Théoule-sur-Mer. Théoule liegt, je nach Betrachtungsweise, am Nordrande des Ésterelgebirges oder am südlichen Ende der französischen Riviera. Das mondäne Cannes liegt nur 8 Kilometer entfernt am anderen Ende der Bucht. Für Urlauber ein idealer Standort. Neben Wanderungen im wilden, zerklüfteten Ésterelmassiv lockt das Mittelmeer zum Baden und Erholen. So ist denn der Fremdenverkehr auch ein wichtiges Element im Erwerbsleben dieser Stadt.

Das Wappen der Stadt ist geviert, wobei die Spaltung durch ein Band in den Farben der Provence (Rot und Gold) erfolgt. Damit zeigt Théoule, daß es eine provencalische Stadt ist. Das aufgelegte T verweist auf den Ortsnamen, der in der provencalischen Sprache "Théou-Oulé" lautet. In den vier blauen Feldern werden vier Figuren gezeigt. In Feld 1 leuchtet ein goldener Mimosenzweig, ein typischer Vertreter der hiesigen Flora. Im zeitigen Frühjahr ist es ein phantastischer Anblick, die Hänge rund um Théoule-sur-Mer im gelben Glanz der blühenden Mimosenhaine schimmern zu sehen. In Feld 3 wird ein Turm dargestellt. Er verweist auf den wieder rekonstruierten Turm einer alten Batterie, der heute als Ansteuerung für den Hafen von Théoule dient. Feld 4 zeigt einen Vertreter aus der Familie der Skorpionfische (Scorpaena), einen Drachenkopf. An der französischen Mittelmeerküste wird dieser Fisch auch als Meeresskorpion oder Meeresteufel bezeichnet. Damit wird auf die giftigen Drüsen an der Rückenflosse angespielt, die dem Drachenkopf zur Verteidigung dienen. Nichtsdestotrotz ist er ein wichtiger Bestandteil einer provencalischen Bouillabaisse. Im Wappen der Stadt Théoule-sur-Mer verkörpert er einen der Haupterwerbszweige der heimischen Bevölkerung: Fischen und Angeln.

Feld 2 schließlich zeigt eine Frauengestalt, die durch den goldenen Nimbus als Heilige gekennzeichnet ist. Es handelt sich um Sainte Germaine oder Germana Cousin, wie sie im offiziellen kirchlichen Sprachgebrauch  genannt wird. Diese, bei uns unbekannte Heilige, wurde um 1579 in Pibrac bei Toulouse geboren. Die kränkliche Tochter armer Bauern wurde nach dem Tod ihrer Mutter von ihrer Stiefmutter gequält und mißhandelt. Ihren Lebensunterhalt verdingte sie sich als Hirtin. Trotz eines Lebens in strengster Askese und unter Kasteiungen war sie immer frohen Mutes und bei der Dorfbevölkerung für ihre vorbildliche Haltung in Demut, Geduld und Frömmigkeit bekannt. Obwohl selbst in äußerster Armut lebend teilte sie ihr kärgliches Brot stets mit anderen Hilfsbedürftigen. Mutterliebe erhielt sie nur im Zwiegespräch mit Maria, der Mutter Gottes. Die Engel ersetzten ihr die Freunde; Kraft schöpfte sie aus der Eucharistiefeier, an der sie täglich teil hatte. Im Alter von nur 22 Jahren starb Germaine am 15. Juni 1601 einsam in einem Stall in Pibrac bei ihren geliebten Tieren. Aufgrund ihrer Lebensgeschichte gilt sie als Schutzpatron der Hirten. 40 Jahre nach ihrem Tode wurde durch einen Zufall ihr Grab geöffnet. Germaine wurde vollkommen unversehrt und mit einem frischen Blumenstrauß in den Händen vorgefunden. Ihre Heiligsprechung erfolgte am 29. Juni 1867.

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Gertrud von Nivelles - 17. März:

erloschenes (1937) Wappen Stadt Wattenscheid

Bildquelle:

Deutsche Ortswappen (Preußen, Provinz Westfalen), Prof. Otto Hupp; Kaffee HAG, Bremen 1925

Das dargestellte Wappen entstand aus den seit 1477 geführten Siegelbildern und wurde der Stadt Wattenscheid 1888 verliehen. Es zeigt in Silber eine heilige Nonne mit Abtstab und einem goldenen Schiff in den Händen, welche über einem kleineren Wappenschild emporwächst. In der vom Betrachter aus gesehenen rechten Ecke (heraldisch links) schwebt eine goldene Krone. Die Neugierde des Betrachters wird insbesondere durch mehrere kleine Mäuschen geweckt, die am Abtstab und dem Schildrand emporhuschen. Wer war diese "heilige Nonne"?

Durch ihre Attribute Abtstab und Mäuse wird sie für den Heraldiker eindeutig als Gertrud von Nivelles ausgewiesen. Gertrud war eine Tochter von Pippin dem Älteren und kam 626 zur Welt. Im Jahre 640 trat sie in das von ihrer Mutter Itta gestiftete Kloster Nivelles ein. Nivelles liegt im belgischen Brabant. Nach dem Tod ihrer Mutter wurde Gertrud 652 die erste Äbtissin dieses Klosters. Eines ihrer Herzensangelegenheiten war die Bildung der Mädchen und Frauen. Sie galt ferner als hervorragende Kennerin der Bibel und ließ sogar zu ihrer Weiterbildung Bücher aus der päpstlichen Bibliothek in Rom kommen. Ihr außerordentlicher Eifer für die Betreuung von Kranken, Witwen, Pilgern und Gefangenen läßt sie in der Volkserinnerung unsterblich werden. Sie starb am 17. März 659 in Nivelles und wurde in ihrem Kloster beigesetzt.

Besonders in ländlichen Gegenden gehört die heilige Gertrud zu den sehr beliebten Kirchengestalten. Unzählige Krankenhäuser trugen im Mittelalter ihren Namen, als Erinnerung an ihre außergewöhnliche Liebe zu Kranken und Sterbenden. Nach einer Legende beendete sie einst durch ihr Gebet eine Mäuse- und Rattenplage und rettete damit die Ernte. Seitdem krabbeln auf zahlreichen Darstellungen der Heiligen Mäuse an ihrem Abtstab oder Habit empor. Eine alte Bauernregel sagt: "Gertrud mit der Maus treibt die Spinnerinnen raus." Damit soll ausgedrückt werden, daß ihr Namenstag der Stichtag ist, ab welchem nach der langen Winterpause die Feld- und Gartenarbeit wieder aufgenommen werden kann.

1937 änderte die Stadt Wattenscheid ihr Wappen. Infolge des herrschenden Zeitgeistes waren Heiligendarstellungen in hoheitlichen Wappen nicht mehr erwünscht. Das neue Wappenbild zeigte nur den Schild. Hinter diesem wuchs die heilige Gertrud als Schildhalter empor. Dieser gespaltene Schild zeigt die Wappen der früheren Territorialherren, die Fürstentümer Kleve und Mark. Infolge der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 wurde Wattenscheid jedoch Teil der Stadt Bochum und verlor damit auch das Recht zur Wappenführung.

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Gotthard - 5. Mai:

Stadt Gotha

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Der heilige Gotthard - mittelhochdeutsch Godehard - erblickte 960 im niederbayerischen Reichersdorf als Bauernsohn das Licht der Welt. In der Klosterschule der Abtei Niederaltaich genoß er eine hervorragende Ausbildung und Erziehung und legte dort 990 sein Mönchsgelübde als Benediktiner ab. Innerhalb weniger Jahre wurde Gotthard zum Abt dieses Klosters ernannt. Er reformierte das Klosterleben Niederaltaichs und weiterer Klöster im Geiste des berühmten französischen Reformklosters Cluny.

Am 30. November 1022 wurde der beim Volk wegen seines liebenswürdigen, fröhlichen und volksnahen Wesens überaus beliebte Kirchenmann zum Bischof von Hildesheim geweiht. In seiner Amtszeit entstanden in seiner Diözese rund 30 neue Kirchen und zahlreiche Schulen.

Am 5. Mai 1038 verstarb Bischof Godehard im Alter von 78 Jahren und wurde im Dom zu Hildesheim beigesetzt. Als erster Bayer wurde er im Jahre 1131 heilig gesprochen. Seine Verehrung weitete sich von Hildesheim rasch aus in viele Länder Europas. In der Schweiz war seine Verehrung so groß, daß nach ihm der Sankt-Gotthard-Paß benannt wurde.

In der Heraldik wird der Heilige meistens als Bischof mit einem Buch oder einem Kirchenmodell dargestellt. Eine besonders schöne Darstellung zeigt das Wappen der thüringischen Kreisstadt Gotha. Gotha liegt nördlich des Thüringer Waldes und bezeichnet sich auch stolz als „Tor zum Thüringer Wald". Ungewöhnlich im Gothaer Stadtwappen ist die Inschrift ST. GOTHHARDUS. Sie widerspricht den allgemeinen Regeln der Heraldik. Der Heilige ist auch ohne diese Inschrift anhand seiner Attribute (Bischofsstab und Bibel) zu identifizieren. Die Wahl Sankt Gotthards als Stadtzeichen hat wahrscheinlich seine Ursache im Gleichklang mit dem Stadtnamen.

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Gregor I. (der Große) - 3. September:

Gemeente Brunssum (NL)

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Gregor wurde um 540 in Rom als Sohn eines Senators geboren. Sein Urgroßvater war Papst Felix III. Nach dem Studium der Verwaltungswissenschaften stand er bereits im Alter von 30 Jahren als Präfekt an der Spitze der römischen Verwaltung. Nach dem Tode seines Vaters legte er jedoch alle Ämter nieder und zog sich 575 in sein Elternhaus zurück. Er wandelte das Domizil in ein Kloster um, welches dem heiligen Andreas geweiht war; zugleich gründete er noch weitere sechs Klöster aus dem Familienbesitz.

Gregor selbst wurde Priester und zu einem der sieben Diakone Roms ernannt. Im Jahre 579 erschütterte der Einfall der Langobarden das römische Weltreich. Im Auftrag von Papst Pelagius II suchte er um militärischen Beistand beim Kaiser von Konstantinopel nach, leider vergeblich. Zeitgleich mit dem Vordringen der Langobarden wurde Rom von einer gewaltigen Überschwemmung heimgesucht. In der Folge dieser Katastrophe brach die Pest aus. Sie raffte große Teile der Bevölkerung hin, unter anderem auch den Papst. Gregor war plötzlich der Favorit der anstehenden Wahl. Er versuchte sich ihr zu entziehen, indem er sich in einem Faß verborgen auf einem Ochsenkarren aus der Stadt bringen ließ. Ein Leben als Eremit war ihm dennoch nicht vergönnt. Eine Lichtsäule, an der Engel auf- und niederstiegen, führte nach der Überlieferung zu seiner Entdeckung. 590 wurde Gregor zum Papst geweiht.

Obwohl er kränklich war, entfaltete er in seinem neuen Amt beeindruckende Aktivitäten, hauptsächlich zugunsten der sozial Schwachen. Beim erneuten Ausdruck der Pest ließ er angeblich ein von Lukas gemaltes Marienbild einer Prozession vorantragen. In einer Vision sah er einen Engel auf dem Grabmal des Kaisers Hadrian ein blutiges Schwert in die Scheide stecken - Zeichen der beendeten Seuche. Das Hadriansmausoleum heißt seitdem "Engelsburg".

Die militärische Lage im Kampf gegen die Langobarden war aus römischer Sicht mittlerweile fast hoffnungslos geworden. Das römische Weltreich stand vor dem Zerfall. Nur ein kleiner Rest um Rom herum war noch römisch. In dieser aussichtslosen Lage verhandelte Papst Gregor mit den siegreichen germanischen Eroberern und konnte gegen die Zusage eines jährlich zu zahlenden Tributs den Fall Roms verhinderten. Da die weltliche Verwaltung fast völlig zusammengebrochen war, kümmerte sich Gregor um den Schutz und die Versorgung der Bevölkerung. Aufgrund der großen Ländereien im Besitz der Kirche konnte er ausreichend Nahrung und Geld bereitstellen. Er schloß den kirchlichen Streubesitz an Ländereien zu einem einheitlichen Ganzen zusammen und legte damit das Fundament zum späteren Kirchenstaat.

Papst Gregor verstarb am 12. März 604 in Rom. Sein Grab fand er in der Peterskirche. In der Kirche S. Gregorio Magno ist seine Zelle und sein Bischofsstuhl erhalten. Ursprünglich wurde sein Gedenktag an seinem Todestag gefeiert. Bei der Kalenderreform von 1969 verlegte man seinen Gedenktag auf den Jahrestag seiner Weihe zum Papst. Heute noch vielfach bekannte Bauernregel zum Jahrestag des heiligen Gregor beziehen sich daher immer auf den 12. März.

Als Papst war Gregor ein energischer und machtbewußter Kirchenführer. Es gelang ihm, Roms traditionellen Anspruch auf die kirchliche Vormachtstellung gegenüber dem Patriarchen von Konstaninopel und den andren Bischöfen durchzusetzen. Er leitete durch Entsendung von Augustin von Canterbury 597 die Re-Christianisierung Englands ein. Ebenso führte er die dem Arianismus anhängenden Langobarden und die in Spanien herrschenden Westgoten wieder in den Schoß der katholischen Kirche zurück. Ein besonderes Interesse schenkte er der Reform der Liturgie und dem Klosterwesen. Nach dem Vorbild Gregors werden bis heute "Gregorianische Messen" gelesen. "Gregorianische Choräle"  zählen zu den Schätzen der Kirchenmusik und begeistern in ihrer Ausdruckskraft. Papst Gregor I gilt neben Ambrosius, Augustinus und Hieronymus als einer der sogenannten Kirchenväter. Seine überlieferten Schriften, Briefe und Predigten sind in 14 Büchern zusammengefaßt. Sie beschreiben eindrücklich sein Denken und spiegeln den Zeitgeist wieder. Die Schriftensammlung prägte die folgenden Jahrhunderte. Sie trugen auch maßgeblich zur Entstehung der Ordensregel des heiligen Benedikts bei.

Papst Gregor der Große ist fast immer im Pontifikalgewand dargestellt. Als Attribute hat er Buch, Schreibfeder oder Taube bei sich. So läßt er sich auch unschwer im Wappen der niederländischen Gemeinde Brunssum erkennen. Brunssum in der Provinz Limburg gelegen führt dieses Wappen seit dem 09.05.1889. Die Figur des heiligen Gregors fand als Schutzpatron der hiesigen Kirche Eingang in das Wappen. Im vorderen Teil des geteilten Wappen ist ein Doppelschlangenkreuz zu erkennen, in dessen Herzschild drei rote Kugeln dargestellt sind. Bei diesem Figurenensemble handelt es sich um das Familienwappen der Familie Huyn van Amstenrade. Der Gutsbesitz Brunssum wurde 1510 von dieser Familie erworben.

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Heilige Drei Könige - 6. Januar:

Großes Wappen Stadt Köln

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Kleines Wappen Stadt Köln

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"Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten." So steht es geschrieben bei Matthäus dem Evangelisten (2,1).

Die Weisen aus dem Morgenland werden sie genannt. Ihr Fest wird am 6. Januar gefeiert und zählt zu den höchsten im kirchlichen Jahreslauf. Ihre Namen sind Kaspar, Melchior und Balthasar.

Der Überlieferung zufolge hatte ein wunderbar glänzender Stern ihnen den Weg aus dem Morgenland nach Bethlehem gewiesen. Als sie dort nach langer Reise eintrafen und den Sohn Gottes in der Krippe erblickten, fielen die drei Männer auf die Knie und huldigten dem Kind und seiner Mutter Maria. Als Geschenke überbrachten sie Gold, Weihrauch und Myrrhen. Das Gold symbolisiert die Weisheit eines Königs, der Weihrauch Gebet und Opfer, die Myrrhen gelten als Zeichen der Selbstbeherrschung. Nach der Huldigung wurden die drei Weisen durch eine himmlische Eingebung vor dem Zorn des Königs Herodes gewarnt. Auf geheimen Wege zogen sie sich wieder ins Morgenland zurück. Mehr ist über die drei Könige nicht bekannt, und dennoch bewegt ihre Geschichte wie keine andere die Gläubigen.

Ihre Reliquien ruhten ursprünglich in Mailand. Nach der Unterwerfung der Stadt durch Kaiser Friedrich Barbarossa 1164 erbat sich sein Kanzler, Rainald von Dassel, diese Reliquien und brachte sie nach Köln. Dort ruhen sie heute in der eigens für sie errichteten Grabkirche, dem weltberühmten Kölner Dom. Ein wunderbarer Goldschrein aus der Werkstatt von Nikolaus von Verdun, einer der berühmtesten Goldschmiede des Mittelalters, ist sichtbarer Beweis für die hohe Verehrung der Heiligen.

Die Sternsinger, verkleidet als Heilige Drei Könige, ziehen am Dreikönigstag von Haus zu Haus und bitten um Gaben zugunsten des Kindermissionswerks. 2009 steht die Aktion unter dem Motto "Kinder suchen Frieden" und kommt weltweit Kindern zugute, die von Gewalt und Krieg betroffen sind. Danach schreiben sie die Anfangsbuchstaben der Könige und die jeweilige Jahreszahl mit Kreide auf den Haustürbalken. Die Buchstaben C, M und B werden auf den Segensspruch Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus) zurückgeführt. 

Die Stadt Köln führt als Großes Wappen einen Doppeladler, dessen Brust mit einem Wappenschild belegt ist. Der Schild zeigt unter rotem Schildhaupt, darin nebeneinander drei goldene Kronen, in Silber schwarzes Hermelin. Die drei Kronen symbolisieren die Heiligen Drei Könige, die 11 Hermelinschwänzchen stehen für die Heilige Ursula und ihre 11.000 Gefährtinnen (Festtag am 21.10.). Das Drei-Kronen-Wappen Kölns entstand um 1250 und steht seit dieser Zeit für Bürgerstolz und Heimatliebe der Kölner.

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Hildegard - 30. April:

erloschenes Wappen (1973) Landkreis Kempten (Allgäu)

Bildquelle:

Deutsche Wappen Band 7, Klemens Stadler; Angelsachsenverlag Bremen 1972

Die Blasonierung des Wappens des früheren bayerischen Landkreis Kempten (Allgäu) lautet: "Geteilt von Rot und Blau, darauf das schwarz gekleidete, golden gekrönte Brustbild der Königin Hildegard mit silbernem Schleier und goldener Halsborte, daran hängend fünf goldene Lindenblätter." Fachkundigen und heraldisch Interessierten wird sofort die heraldisch inkorrekte Teilung des Schildes von Rot und Blau auffallen. Nach den heraldischen Farbregeln dürfen Farben eigentlich nicht aneinander stoßen. Doch wie überall gilt auch hier die Ausnahme dieser Regel, zumal diese unheraldische Tingierung seit dem 14. Jahrhundert überliefert ist. In ähnlicher Gestaltung erscheint die Königin, bzw. Kaiserin Hildegard auch im ältesten Stadtsekret von Kempten aus dem späten 14. Jahrhundert.

Ein Blick in die Geschichtsbücher klärt darüber auf, daß Hildegard die zweite Ehefrau von Kaiser Karl dem Großen war. Geboren wurde sie um 760. Sie verstarb bereits am 30. April 783. In die Geschichte ging sie als Stifterin der Abtei Kempten und als Förderin des Klosters Reichenau ein. Als Wohltäterin verehrt, gilt sie darüber hinaus als Patronin der Kranken.

Da sich der überwiegende Teil des Kreisgebietes mit dem Territorium der früheren Reichsabtei Kempten deckungsgleich war, übernahm man 1968 das überlieferte Abteiwappen als Kreiswappen. Bereits vier Jahre später ging der Altkreis Kempten jedoch in den neu gebildeten Landkreis Oberallgäu auf. Im Wappen des jetzigen Kreises erinnert lediglich das von Rot und Blau geteilte Schildhaupt im vorderen Schildteil an das vorgestellte Wappen.

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Jakobus der Ältere - 25. Juli:

Stadt Mücheln

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Jakobus der Ältere, so genannt zur Unterscheidung von Apostel Jakobus dem Jüngeren, war ein Sohn des Fischers Zebedäus. Geboren wurde er um Christi Geburt.

Zusammen mit Petrus und Johannes, seinem Bruder gehörte er zu den Lieblingsjüngern von Christus und begleitete ihn auch in den Ölgarten. Doch anstatt Jesus im Gebet nahe zu sein, schliefen die drei Jünger ein. Nach der Kreuzigung und der Himmelfahrt Jesu verkündete Jakobus das Evangelium in Jerusalem und Samaria, einer israelischen Kernlandschaft. Der Apostel Jakobus muß um diese Zeit in Jerusalem eine bedeutende Stellung inne gehabt haben, denn noch ehe Petrus gefangen genommen wird, läßt ihn König Herodes Agrippa I um das Osterfest des Jahres 44 enthaupten. Er war der erste der 12 Apostel, der den Martertod erlitt. 

Seine Gebeine wurden um das Jahr 70 auf die Sinai-Halbinsel in ein Jakobuskloster gebracht. Im 8. Jh. rettete man seine Gebeine vor dem sich kriegerisch ausbreitenden Islam (Sarazenen; Kreuzzüge) nach Spanien und erbaute zur Aufbewahrung der wertvollen Reliquien die Jakobskirche in Galizien. Aus diesem Gotteshaus entwickelte sich vom 10. Jh. an der weltberühmte Wallfahrtsort Santiago de Compostela (Santiago, span. = Sankt Jakob). Zahlreiche Pilgerstraßen, die sogenannten Jakobswege führen noch heute zu diesem Ort in Nordwestspanien. Dort wird der 25. Juli als großes Volksfest gefeiert, mit Feuerwerk, Volkstanzgruppen, Musik, Trachten und Umzügen.

Der Begriff "Jakobsmuschel" hat seinen Ursprung ebenfalls in der Person dieses Heiligen: Pilger, die einst auf dem Jakobsweg das Ziel ihrer Wallfahrt erreichten und das Jakobsgrab in Santiago de Compostela besuchten, erhielten als äußeres Zeichen der durchgeführten Wallfahrt einen Hut, der mit einer großen Muschel geschmückt war.

In der Heraldik (Wappenkunst) wird Jakobus d. Ä. fast immer als Pilger mit den typischen Pilgerattributen wie Stab, Trinkflasche, Beutel und Hut mit Muschel dargestellt. Ein schönes Beispiel liefert die anhaltinische Stadt Mücheln, die den Heiligen erstmals 1463 in ihren Ratssiegeln führt.

Sehr häufig begnügt man sich aber auch nur mit der Darstellung der Jakobsmuschel nach dem heraldischen Prinzip "Pars pro toto" (Ein Teil steht für das Ganze).

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Johannes der Täufer - 29. August  (Enthauptung):

Markt Nandlstadt

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Nandlstadt in der Hallertau, dem größten Hopfenanbaugebiet der Welt, überrascht seine Gäste mit einem makaberen Wappenbild. Auf einer silbernen Schale wird das abgeschlagene Haupt eines Mannes präsentiert. Seit 1374 ist das heutige Wappen als Siegel in Gebrauch. Bei dem Männerhaupt handelt es sich um Johannes den Täufer, dem Schutzpatron der Nandlstadter Pfarrkirche.

Johannes kam etwa ein halbes Jahr vor Christus am 24. Juni in Ain-Karim bei Jerusalem zur Welt. Seine Geburt war schon eine kleine Sensation, denn seine Eltern waren beide hochbetagt. Ihnen wurde seine Geburt durch den Erzengel Gabriel vorhergesagt.

Als Johannes knapp 30 Jahre alt war, verkündete er überall das Kommen des Messias, des Erlösers. Er predigte voller Leidenschaft und taufte die Büßer. Als Jesus selbst sich von ihm im Jordan taufen ließ, rief er aus: "Das ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!"

In der ständig wachsenden Popularität von Johannes sah der grausame König Herodes Antipas eine Gefahr für sich und seinen Thron. Er wagte jedoch nicht, direkt gegen Johannes vorzugehen. Seine Frau Herodias griff daher zu einer List und beeinflußte ihre Tochter Salome entsprechend. Als diese sich anläßlich eines Festes von ihrem Vater etwas wünschen durfte, forderte das Mädchen den Kopf von Johannes. Nach der Hinrichtung überreichte Salome ihrer Mutter Herodias das abgeschlagene Haupt des Heiligen auf einer Silberschale, eine Szene, die zu allen Zeiten Künstler inspirierte. 

Die Kirche gedenkt dieses Märtyrers aus der Frühzeit des Christentums an zwei Tagen, am 24. Juni und am 29. August. Der 24. Juni, der Geburtstag des heiligen Johannes ist im Brauchtum fest verankert als Johannistag, dem Tag der Sommersonnenwende. Am 29. August wird seines Märtyrertodes gedacht.

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Knud Lavard - 7. Januar:

Kommune Ringsted  (DK)

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Bogen om danske kommunevåbener, logoer og bomærker, Jakob H. Zeuthen; Aschehoug Forlag 2000

Knud erblickte im März (vermutlich am 12.) 1096 im dänischen Roskilde das Licht der Welt. Seine Eltern waren der dänische König Erik Ejegod und seine Gemahlin Königin Bodil. Beide starben während einer Pilgerfahrt in das Heilige Land, als Knud 6 Jahre alt war. Der Waise wuchs unter der Obhut des Herzogs Skjalm Hvide auf. Als 16-jähriger wurde er zur weiteren Ausbildung an den Hof des sächsischen Herzogs Lothar, dem späteren deutschen Kaiser, geschickt. Hier erhielt er nicht nur eine politische und militärische Ausbildung, sondern wurde auch in die europäische höfische Lebensart und Kultur eingewiesen.

Um 114 kehrte Knud nach Hause zurück und fand sein Vaterland in einen besorgniserregenden Zustand vor. Die heidnischen Wenden überfielen und plünderten Dänemarks Küsten und bedrohten die Südküste des Reiches an der Eider. Knud erbat sich von seinem Vetter Niels, der dänischer König war, die Herrschaft über das herrscherlose und verwüstete Südjütland, dem späteren Herzogtum Schleswig. Es gelang ihm in kurzer Zeit, die Verhältnisse an der Südgrenze des Dänenreiches zu stabilisieren. 1127 wurde er dank seiner guten Beziehungen zum deutschen Kaiser Lothar Nachfolger des Wendenkönigs Heinrich. Als Herzog von Südjütland (Schleswig) war Knud Lehnsmann des dänischen Königs; als König der Wenden war er jedoch auch Gefolgsmann des deutschen Kaisers. Die Chronik berichtet, daß in seinem Reiche Friede und Rechtssicherheit herrschte und "er zu Recht von Gott und den Menschen geliebt wurde".

Eines seiner großen Anliegen war der Versuch, die heidnischen Wenden durch Christianisierung in das europäische christliche Abendland zu integrieren. So unterstützte er massiv den heiligen Vizelin, den Apostel der Wenden, und ließ viele Feldsteinkirchen errichten. Seine Doppelstellung als deutscher und dänischer Lehnsmann gab ihm infolge seiner Verbindungen zu beiden Reichen eine enorme Machtfülle; zugleich wuchs aber auch die Schar seiner Neider und Feinde. Vor allem Magnus. der Sohn des Dänenkönigs Niels fürchtete Knud als zukünftigen Rivale in der dänischen Thronfolge. Als Niels die Fürsten seines Reiches zu Weihnachten des Jahres 1130 zu einem Festmahl nach Roskilde einlud, sah Magnus seine Stunde gekommen. Im Park des Königshofes Haraldsted, nördlich von Ringsted gelegen, enthauptete Magnus ihn nach einem Disput. Die Tat geschah am 17. Januar 1131 zur Zeit der Frühmesse. Die Folge dieser Bluttat war ein 25-jähriger blutiger Krieg um den dänischen Königsthron, in dem sowohl König Niels als auch Magnus getötet wurden.

Eine Woche nach dem Mord an Knud Lavard gebar seine Frau Ingeborg den einzigen Sohn dieser glücklichen und harmonischen Ehe. Er wurde 1157 dänischer König und ging als Waldemar der Große in die Geschichte ein. Er war es auch, der unter Papst Alexander III die Heiligsprechung seines ermordeten Vaters vorantrieb, welche 1170 erfolgte. Den Beinamen "Lavard" erhielt Knud in der isländischen Knytlinga-Saga, die von ihm berichtet, daß er in hohem Ansehen bei der Bevölkerung stand. Lavard stellt die ursprünglische nordische Form des englischen Titels Lord dar und bedeutet "Brotgeber".

In den Wirren der Reformationszeit verschwand der Heiligenschrein mit allen Kostbarkeiten aus der Kirche des Benediktinerklosters Ringsted. Zu seinen Ehren findet auch in heutiger Zeit jährlich eine Walfahrt zu den Ruinen der Kirche statt.

Knud Lavard begegnen wir im Wappen dieser dänischen Stadt. Das Wappen in der heutigen Form basiert auf einem Bildsiegel aus der Zeit um 1300. Es zeigt unter der Hand Gottes den Stern von Bethlehem und die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind auf einem Thron sitzend. Sie sind umgeben von drei Betenden: Herzog Knud Lavard, König Erik Plovpenning und Benedikt von Nursia. Herzog Knud ist ohne Krone dargestellt. Sein Nachfahre Erik Plovpenning wurde 1250 ermordet. Im Wappen bittet er mit Blumen in den Händen die Gottesmutter Maria, sich für seine Heiligsprechung einzusetzen. Dieser Bitte wurde jedoch bis zum heutigen Tage nicht entsprochen. Die kniende Mönchsfigur wird als Benedikt interpretiert, dem Ordensgründer des Ringsteder Klosters.

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Laurentius  - 10. August:

Stadt Zwenkau

Bildquelle:

Lexikon Städte und Wappen der DDR; Heinz Göschel; Leipzig 1985

Stadt Glücksburg

Bildquelle:

 Die Wappen der Kreise, Ämter, Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein; Martin Reißmann; Husum 1997

Der Legende zufolge ist Laurentius, in deutschsprachigen Ländern auch Lorenz genannt, um das Jahr 230 in Spanien geboren. In Rom wurde er unter Papst Sixtus II. Erzdiakon. Als solcher war für das Finanzwesen und die Sozialarbeit der römischen Kirche zuständig.

Zu Beginn des Augustmonats im Jahre 258 setzte unter Kaiser Valerian eine erbitterte Christenverfolgung ein. Als einer der ersten Opfer wurde Papst Sixtus II. festgenommen und am 6. August enthauptet. Laurentius begleitete ihn auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte. "Wo gehst Du hin, Vater, ohne deinen Sohn?", rief er weinend aus. Sixtus tröstete seinen Diakon und prophezeite ihm sein eigenes Martyrium wenige Tage später. Ferner erteilte er ihm den Auftrag, zuvor noch den gesamten Kirchenschatz unter den Armen und Bedürftigen auszuteilen.

Nach der Hinrichtung von Papst Sixtus II. forderte Kaiser Valerian die Herausgabe der Kirchenschätze. Um seine Forderung zu bekräftigen, ließ Valerian Laurentius mehrfach geißeln. Laurentius erbat sich daraufhin drei Tage Bedenkzeit. Er nutzte diese Zeitspanne, um weisungsgemäß den Kirchenschatz  unter den Notleidenden zu verteilen. Am dritten Tage führte er diese Menschen dem Kaiser vor und erklärte ihm, daß hier die wahren Kirchenschätze stünden.

Rasend vor Zorn ließ Valerian den jungen Erzdiakon festnehmen und verurteilte ihn zum Tode. Er wurde zunächst mit Bleiklötzen geschlagen, danach zwischen glühende Platten gelegt. Trotz dieser unmenschlichen Tortur blieb Laurentius unerschütterlich; kein Klagelaut kam über seine Lippen, im Gegenteil, er pries Gott und betete. Valerian befahl schließlich, den standhaften Christen auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Selbst in diesen Qualen bewahrte er sich seinen Humor und bat neckend den Henkersknecht, ihn zu wenden, damit auch seine andere Seite gar werde. Der Todestag von Laurentius ist der 10. August 258.

Der heilige Laurentius ist einer der populärsten Heiligengestalten in aller Welt. Viel mag dazu beigetragen haben, daß an seinem Namenstag das Heer von Kaiser Otto I. die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg vernichtend schlug. Mit diesem Sieg war der drohende Einfall der heidnischen Ungarn ins christliche Abendland gebannt. Seine große Beliebtheit schlägt sich auch in vielen Begriffen nieder, die mit seinem Namen in Verbindung gebracht werden. So werden beispielsweise die vielen Sternschnuppen, die in den Nächten Mitte August sichtbar sind, Laurentiustränen genannt. Am 10. August wurde früher in den Kirchen das Laurentiusbrot gesegnet und danach an Bedürftige verteilt. Die Heilpflanze Goldrute trägt den Beinamen Laurenzikräutl oder Laurenzilorbeer. Der Laurentiussegen sollte Haus und Hof vor Feuersbrunst bewahren, ebenso wie geweihte Laurentiuskohlen. Im bäuerlichen Kalender gilt das Wetter am Laurentiustag als wichtiges Indiz für den kommenden Herbst: "Laurentius im Sonnenschein, wird der Herbst gesegnet sein". oder "Wie Lorenz und Barthel sind wird der Winter - rauh oder lind!" Soll der Raps im Folgejahr gut gedeihen, so sollte er dem Brauchtum zufolge unbedingt am Todestag des Heiligen ausgesät werden.

Die sterblichen Überreste des heiligen Laurentius ruhen gemeinsam mit denen des heiligen Stephanus in der römischen Kirche S. Lorenzo fuori le mura, welche von Kaiser Konstantin im Jahre 330 errichtet wurde. Das Haupt des Märtyrers gilt als eine der kostbarsten Reliquien der Christenheit. Bis Ende des Mittelalters lag es in Mönchengladbach. Nun ruht es im Reliquientresor des Vatikans.

Die Beliebtheit des Märtyrers läßt sich auch an der großen Anzahl von Kommunalwappen erkennen, die mit ihm in Verbindung gebracht werden können. In vielen Wappen ist er als Heiligenfigur in Gänze abgebildet, wobei er immer an seinem Attribut, dem Rost erkenntlich ist. Ein schönes Beispiel bietet das Wappen der sächsischen Stadt Zwenkau. Die Burg Zwenkau wurde 974 vom deutschen König an das Bistum Merseburg verschenkt. Der zur Burg gehörige Marktort war zu Beginn des 12. Jahrhunderts wüst, sprich verödet. Ein Versuch der Merseburger Bischöfe, ihn als Konkurrenz zu Leipzig zu beleben, schlug um 1300 fehl. Erst nach dem 2. Weltkrieg erfolgte ein Aufschwung durch den Braunkohlentagebau. Das Wappen der Stadt Zwenkau zeigt in Silber den blaugekleideten heiligen Laurentius, der in der Rechten einen schwarzen Rost  und in der Linken einen grünen Palmwedel hält. Das Wappen ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt und bezieht sich auf den Schutzpatron der Stadtkirche.

Nach dem heraldischen Prinzip "Pars pro toto" (Ein Teil stehe für das Ganze) finden wir aber auch in sehr vielen Wappen nur den Rost vor. In fast allen Fällen wird damit auf den Heiligen verwiesen. Als Beispiel für die ungezählten Stadt- und Gemeindewappen dieser Rubrik mag das Wappen der schleswig-holsteinischen Stadt Glücksburg stehen. Es zeigt in Gold einen roten aufrecht gestellten Rost, dessen Griff nach unten zeigt. Das einfache und damit ausdrucksvolle Wappenbild bezieht sich auf das 1210 gegründete Zisterzienserkloster in der Nähe des Ortes Skovby oder Schauby. Der Schutzheilige dieses Klosters war der heilige Laurentius. Nach der Reformation wurde das sogenannte Rudekloster aufgelöst und ging in den Besitz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg über. An seiner Stelle wurde von den neuen Besitzern das noch heute bestehende Renaissance-Wasserschloß erbaut. Die dörfliche Siedlung neben dem Schloß entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte weiter und erhielt wie das Schloß den Namen Glücksburg. 1900 erhielt der Flecken Stadtrang. Heute ist die Stadt Glücksburg ein anerkanntes Seebad.

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Liudger - 26. März:

Kreis Coesfeld

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Der heilige Liudger – auch Ludger genannt – wurde um 742 in Friesland als Sohn einer vornehmen Familie geboren. 777 empfing er in Köln die Priesterweihe und missionierte anschließend mit großem Eifer in Friesland und Sachsen. Auf Grund seiner hierbei erworbenen Verdienste - er wird auch als Apostel der Friesen und Sachsen bezeichnet – übertrug ihm Kaiser Karl der Große ein neugegründetes Bistum im nordwestlichen Westfalen. Liudger errichtete seinen Bischofssitz an einem bis dato unbedeutenden Ort. Aus dem lateinischen Wort "Monasterium" (= Bischofssitz) leitete sich später der Namen der Stadt MÜNSTER ab.

Am 26.03.809 verstarb Bischof Liudger zu Billerbeck in Westfalen ganz plötzlich während einer Predigt.

In die Kirchengeschichte ist Liudger als Missionar und Kirchengründer eingegangen. Daher wird er in Wappen oft als Bischof mit einem Kirchenmodell dargestellt. Ein weiteres Bildattribut ( heraldisches Erkennungszeichen) Liudgers sind Wildgänse, da er nach der Legende sein Bistum von einer Wildgans-Plage befreit hat.

In dieser Darstellung fand Bischof Liudger auch Eingang in das 1979 geschaffene Wappen des Kreises Coesfeld. Die Farbgebung und der rote Balken sind dem Wappen des Stiftes Münster entnommen. Die Glocke ist dem Wappen des früheren Kreises Lüdinghausen entlehnt. Die Figur des heiligen Liudger war bereits vor der Kreisreform Bestandteil des Alt-Kreises Coesfeld.

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Lucia - 13. Dezember:

erloschenes (2004) Wappen Gemeente Mierlo (NL)

Bildquelle:

 www.ngl.nl

Die Existenz Lucias ist historisch einwandfrei belegt. Sie wurde 286 in Syrakus auf Sizilien geboren und erlitt dort 304 den Märtyrertod. Schon als Kind legte sie das Gelübde der ewigen Keuschheit ab. Sie teilte ihren Eltern davon jedoch nichts mit. Als sie im heiratsfähigen Alter war, wollte ihre Mutter Eutychia sie mit einem vornehmen, heidnischen jungen Mann vermählen. Lucia gelang es immer wieder, die Verlobung hinauszuzögern und bat Gott inständig um Hilfe. Lucias Mutter erkrankte daraufhin schwer. Nach einer Wallfahrt zum Grab der heiligen Agathe in Catania genas die Mutter wieder. Sie empfand diese Heilung als derart großes Wunder, daß sie ihrer Tochter Lucia den Wunsch erfüllte, unvermählt zu bleiben.

Der auserwählte Bräutigam war jedoch in seinem Stolz derart verletzt, daß er Lucia beim Statthalter anzeigte. Lucia wurde festgenommen und im Gefängnis schweren Folterungen unterzogen. Als Lucia jedoch standhaft blieb, dachte sich der Statthalter eine besonders sadistische Strafe aus: Lucia sollte in einem Freudenhaus ihre Dienste anbieten. Als die gefesselte junge Christin auf einem Ochsenkarren zum Gespött der Bevölkerung durch die Stadt zum Freudenhaus gefahren werden sollte, geschah wieder ein Wunder: Weder den Zugtieren, noch - so die Legende - "mehreren tausend Soldaten" gelang es, den Karren vorwärts zu bewegen. Rasend vor Zorn ließ der Statthalter die Jungfrau mit siedend heißem Öl übergießen. Doch Lucia blieb unverletzt. Daraufhin wurde sie mit dem Schwert getötet.

Der Name Lucia bedeutet "die Lichtvolle". Und so wird dieser Heiligen überall in der christlichen Welt mit Lichterumzügen an ihrem Gedenktag gedacht. Ganz besonders wird der Luciatag in Schweden gefeiert: die "Luciapiger" oder "Luciabräute" treten in langen weißen Gewändern auf, auf dem Kopf einen Kranz mit brennenden Kerzen. Dieser Volksbrauch ist seit 1780 belegt und soll das Ende der dunklen Tage symbolisieren.

Im Wappen der niederländischen Gemeinde Mierlo ist die heilige Lucia klassisch dargestellt: als junge Frau in langen, goldenen Gewändern. In den Händen hält sie einen Palmzweig und ihr Attribut, eine brennende Öllampe. Die beiden Schildchen zeigen das Familienwappen der Familie van Rode, zu deren Besitzungen Mierlo im 13. und 14. Jahrhundert gehörte. Das Gemeindewappen wurde am 16.07.1817 verliehen und am 20.08.1959 in modifizierter Ausführung bestätigt.  Im Jahre 2004 fusionierte Mierlo mit der Gemeinde Geldrop zur neuen Gemeinde Geldrop-Mierlo. Damit erlosch dieses Wappen. Die neue Kommune führt zur Zeit noch kein eigenes Wappen. Die Gemeindevertretung favorisiert jedoch einen Entwurf, der dem Wappen der früheren Gemeinde Mierlo ähnelt. Die beiden Schildchen sollen anstelle der Mühleisen aus dem Familienwappen van Rode die 3 Herzen des früheren Gemeindewappen von Geldrop enthalten.

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Margaretha von Antiochien - 20. Juli:

Gemeinde Sankt Margarethen

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 Die Wappen der Kreise, Ämter, Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein; Martin Reißmann; Husum 1997

 

Die Heiligengestalt im Wappen der Gemeinde St. Margarethen bezieht sich sowohl auf den auf sie zurückgehenden Namen des Ortes als auch auf dessen Vergangenheit. Ursprünglich hieß der Ort "Elredesfleth" und lag vermutlich auch an anderer Stelle. Wegen häufiger Überschwemmungen wurde er im 16. Jahrhundert an seinen heutigen Platz verlegt. Gleichzeitig erfolgte die Umbenennung nach der Schutzpatronin seiner Kirche, der heiligen Margaretha.

Die Märtyrerin Margaretha gehört zu den 14 Nothelfern und neben Katharina und Barbara auch zu den Heiligen Drei Jungfrauen. In Griechenland wird sie Marina genannt. Margaretha erblickte in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts als Tochter eines heidnischen Ehepaares in Antiochien (Syrien) das Licht der Welt. Von ihrer Amme wurde sie im christlichen Glauben erzogen. Als der Vater dies eines Tages bemerkte, zeigte er seine Tochter beim Statthalter Olybrius an. Olybrius war von Margarethas Schönheit angetan und so versuchte er, sie vom Christentum abzubringen und warb zugleich um sie. Wohlwissend, in welche Gefahr sie eine Rückweisung der Werbeanträge des Statthalters bringen würde, erklärte Margaretha ihm jedoch mutig, daß sie ihr Leben dem himmlischen Bräutigam Jesus Christus geweiht habe. Der gedemütigte Olybrius ließ Margaretha daraufhin mit Fackeln brennen, an den Haaren aufhängen und geißeln. De Legende nach, erschien in ihrem Kerker eine Drache und wollte sie verschlingen. Mit dem Kreuzzeichen jagte sie ihn in die Flucht. Auch sollen ihre schweren Wunden über Nacht auf wundersame Weise geheilt sein. Wegen dieser Wunder wurde das Volk in Antiochien zusehends unruhiger und die Zahl der christlichen Taufen stieg sprunghaft an. Um diesem Treiben ein Ende zu bereite, ließ Olybrius die Heilige im Jahre 305 öffentlich enthaupten.

Im Wappen wird der Widerstand der Einwohner gegen die zerstörenden Gewalten des Wassers mit dem Kampf der Margaretha gegen den Drachen der Versuchung gleichgesetzt, dem Margaretha widerstand. Die vier Sterne vertreten die Gemeindeteile Heideducht, Kirchducht, Osterbünge und Stuven. Zugleich spricht die Vierzahl die engen Beziehungen zwischen der Gemeinde St. Margarethen und den Nachbargemeinden Büttel, Kudensee und Landscheide an. Die untere, blaue Schildhälfte symbolisiert das Wasser der Elbe. Im übrigen sind die im Wappen dominierenden Farben Blau, Silber und Rot die Landesfarben von Schleswig-Holstein. Die Wappenführung wurde der Gemeinde am 9. März 1993 durch den Innenminister des Landes Schleswig-Holstein genehmigt.

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Mariä Himmelfahrt - 15. August:

Stadt Freyenstein

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Das Leben von Maria läßt sich anhand verschiedener Evangelien gut begleiten. Ihre Eltern Joachim und Anna waren beide hochbetagt, als aus der kinderlosen Ehe gemäß der Voraussagung eines Engels, der den beiden erschienen war, ein Kind namens Maria entsprang. Nach einer sorgfältigen Erziehung während einer behüteten Kinder- und Jugendzeit verlobte sich Maria mit Josef, einem Zimmermann aus Nazareth. Noch vor der Hochzeit empfing Maria ein Kind, und Josef wollte sich, verzweifelt über die angenommene Untreue seiner Braut, von ihr trennen. Ein Engel klärte ihn jedoch über das Wunder auf, das sich an Maria vollzogen habe. Josef heiratete Maria, lebte aber fortan in jungfräulicher Ehe mit ihr (sog. Josefsehe).

Auf Befehl von Kaiser Augustus begaben sich Maria und Josef bald darauf nach Bethlehem, wo eine Volkszählung durchgeführt wurde. Nach der Überlieferung gebar Maria dort in einem Stall ihren Sohn Jesus, den Sohn Gottes.

Nach der Volkszählung floh die Familie nach Ägypten, um dem von König Herodes angeordneten Kindermord zu entgehen. Später, nach der Rückkehr aus Ägypten, soll Maria rund 18 Jahre lang mit ihrem Sohn in Nazareth gelebt haben. Möglicherweise zog sie nach dem Kreuzestode Jesu zu dem Jünger Johannes. Als Ort des Todes von Maria werden Jerusalem oder Ephesus genannt.

Der Marienkult entwickelte sich stetig durch die Jahrhunderte hindurch und hat in der katholischen Kirche bis zum heutigen Tage nichts von seiner Bedeutung verloren. Große, weltberühmte Wallfahrtsorte wie Altötting, Tschenstochau, Lourdes und Fatima zeugen von dieser Verehrung. Im Jahresverlauf gibt es zahlreiche Marienfeste zur Erinnerung an besondere Ereignisse im Leben der Gottesmutter, beispielsweise der 15. August, dem Festtag Mariä Himmelfahrt. In Bayern und dem benachbarten Tirol wird dieser Tag mit Feldmessen, Umzügen und Böllerschüssen gefeiert, denn beide Länder unterstehen dem Patronat Marias. In Tirol ist dieser Tag, Hohe-Frauentag genannt, sogar Nationalfeiertag, da der Nationalheld Andreas Hofer im Freiheitskampf gegen die bayrisch-französische Fremdherrschaft 1809 das Land 1809 in der Zeit der größten Not dem Schutze der Mutter Gottes anvertraut hat. 1959 erneuerte das Land Tirol dieses Gelübde anläßlich der 150-Jahr-Feier.

Die brandenburgische Stadt Freyenstein (nördlich von Wittstock/Dosse) stellt das in der Heraldik übliche Motiv dar, die gekrönte heilige Jungfrau Maria mit dem Jesuskind und Palmwedel.

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Martin von Tours - 11. November:

Stadt Bad Ems/Lahn

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Wer einmal die leuchtenden Augen der Kinder gesehen hat, die an einem Martinsumzug teilnehmen, wer erlebte, mit welcher Freude die Kleinen zuvor die bunten Lampions bastelten und der Geschichte des Martin lauschten, der spürt, daß dieser Heilige ein ganz besonderer Freund der Kinder sein muß.

Martin wurde im Jahre 316 in Sabaria, dem heutigen Steinamanger in Ungarn als Sohn eines römischen Offiziers geboren. Sein Vater sorgte auch dafür, daß er im Alter von 15 Jahren Soldat in der römisch-gallischen Armee wurde. Schon bald avancierte Martin zum Offizier, obwohl er keinen Hehl daraus machte, daß das Soldatenleben nicht seine Welt war. In dieser Zeit nun geschah jenes Wunder, daß Martin unvergessen machen sollte: das Mantel-Wunder. An einem eiskalten Winterabend ritt Martin auf ein Truppenlager in Amiens nördlich von Paris zu. Am Stadttor sprach ihn ein halbbekleideter Bettler an und flehte um eine Gabe. Martin hatte jedoch weder Geld noch Essen bei sich und wußte zunächst nicht, wie er dem Mann helfen sollte. Da aber kam ihm ein Gedanke: Er nahm seinen weiten Offiziersmantel und zerteilte ihn mit seinem Schwert in der Mitte. Eine Hälfte warf Martin dann dem vor Kälte zitternden Bettler zu, damit dieser sich wenigstens ein wenig erwärmen konnte.

Die Legende erzählt weiter, daß Martin in der folgenden Nacht Jesus Christus erblickte, der mit der Hälfte seines Mantels bekleidet war. Und er hörte, wie der Sohn Gottes zu den Engeln sagte: „Martinus, der erst auf dem Weg zur Taufe ist, hat mich mit diesem Mantel bekleidet." Diese Worte Christi sollen bedeuten:

Was du einem meiner geringsten Brüder tust, das tust du mir.

Nach diesem tiefgreifenden Erlebnis ließ Martin sich taufen und nahm seinen Abschied von der Armee. Christentum und Soldatendienst ließen sich in seinen Augen unmöglich miteinander verbinden.

Nach gescheitertem Missionsversuch in Ungarn, wo ihn einheimische Bischöfe vertrieben, lebte er in den Folgejahren als Einsiedler auf der winzigen Insel Gallinara vor der italienischen Rivieraküste. Um 360 kehrte er auf Wunsch seines Lehrers Hilarius nach Frankreich zurück, wo er in der Nähe von Poitiers das erste gallische Kloster gründete. Etwa ein Jahrzehnt später wurde er zum Bischof von Tours gewählt. Auch als Bischof behielt er seinen asketischen, mönchischen Lebensstil bei, womit er sich viele Feinde innerhalb des verweichlichten, teilweise zuchtlosen Klerus schuf. Die Bevölkerung, vor allem die von ihm unterstützten Armen, verehrte ihn jedoch zutiefst.

Auf einer Seelsorgereise starb Martin von Tours am 8. Nov. 397 im Alter von etwa 80 Jahren in Candes, südwestlich von Tours. Der kleine Ort an der Loire heißt heute Candes-Saint-Martin. Zur Beisetzung des „Bischofs der Armut und der Armen" am 11.11.397 strömten riesige Menschenmengen nach Tours. Noch heute erfreut sich seine Grabeskirche, die Martin-Basilika in Tours großer Beliebtheit bei Pilgern und Touristen.

Im Wappen des rheinland-pfälzischen Kurortes Bad Ems an der Lahn hat die Szene der Mantelteilung ihren Niederschlag gefunden. Damit wird an den Schutzpatron der dortigen, heute evangelischen Pfarrkirche erinnert. Das Wappen wurde in dieser Darstellung 1908 von Kaiser Wilhelm II als König von Preußen verliehen. Bei der heutige gültigen Form des Stadtwappens entfällt der grüne Boden, dafür bricht aus dem oberen Schildrand eine strahlende halbe goldene Sonne hervor, beiderseits begleitet von je zwei sechsstrahligen goldenen Sternen untereinander. Damit wird an ältere Gerichtssiegel aus dem 17. Jhdt. angeknüpft.

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Mauritius und Gefährten - 22. September:

Stadt Bad Sulza

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Das Wappen der Stadt Bad Sulza ergibt sich aus der Vereinigung der Wappenbilder von Stadtsulza und Dorfsulza im Jahre 1907. Für Dorfsulza ist seit 1810 die goldene Linde auf schwarzem Grund nachgewiesen. Das Wappen von Stadtsulza dagegen ist wesentlich älter. Bereits im ältesten bekannten Siegel aus dem Jahre 1567 wird ein geharnischter Mohr gezeigt, der eine gefähnelte Lanze trägt. Wie kommt nun ein Mohr in das Wappen eines bekannten Solbadeortes?

Bei dem schwarzen Ritter handelt es sich um den heiligen Mauritius oder Moritz. Mauritius stammt aus der Landschaft Thebäis in Oberägypten. Als Offizier der 22. römischen Legion diente er in Agaunum, dem heutigen St-Maurice (Sankt Moritz) in der Schweiz. Diese Legion trug auch den Beinamen "Thebäische Legion", da alle Soldaten aus der Thebäis stammten. Ein weiteres besonderes Merkmal dieser Einheit war, daß alle Soldaten Christen waren. Nach der Überlieferung erhielt die Legion unter ihrem Hauptmann Mauritius im Jahre 302 im Zuge der allgemeinen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian den Auftrag, gegen christliche Glaubensgenossen in der Gegend um Agaunum vorzugehen. Die Soldaten verweigerten den Gehorsam. Daraufhin wurde jeder zehnte Mann der Legion zur Abschreckung getötet. Doch die Überlebenden verweigerten nach wie vor den Gehorsam. erneut wurde jeder Zehnte getötet. Diese Prozedur wiederholte sich, bis nahezu die gesamte Legion getötet war. Nur wenige überlebten dieses geschichtlich überlieferte Blutbad.

Um das Jahr 380 wurden die Gebeine der Märtyrer wiederaufgefunden. Über der Fundstelle ließ der Walliser Bischof Theodor eine kleine Gedächniskirche errichten. Sie entwickelte sich schon bald zu einem beliebten Wallfahrtsort, der im 6. Jahrhundert zur Gründung des Klosters St-Maurice führte. Noch heute ist dieses Kloster Heimat des bedeutendsten Kirchenschatzes der ganzen Schweiz. In selten gesehener Pracht wurden hier für die Märtyrer der Thebäischen Legion, an ihrer Spitze der heilige Mauritius, Reliquiare geschaffen.

In der Heraldik wird Mauritius meist als Ritter in Rüstung mit einer Fahnenlanze dargestellt. Seit dem späten Mittelalter wird er als Mohr abgebildet. Dies dürfte auf seine ägyptische Herkunft und auf die volksethymologische Namensdeutung Mauritius = Mohr zurückzuführen sein. Er gilt unter anderem als Patron der Soldaten und Salzsieder. Und als letzterer fand er Eingang in das Wappen des Kur- und Erholungsortes Bad Sulza, in welchem seit 1064 Salzgewinnung bezeugt ist.

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Michael - 29. September:

Stadt Schlüchtern

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Der Erzengel Michael hat viele Beinamen: Engelsfürst, Engel der Gerechtigkeit, Hüter des Paradieses oder Fürst der Seelen, um nur einige zu nennen. Er ist der am meisten verehrte Erzengel. Sein Festtag, der 29. September besteht seit dem 5. Jahrhundert. Der Michaelistag gilt im bäuerlichen Kalender als wichtiger Wetter- und Lostag. Seit 1969 wird er als Fest der Erzengel unter Einbeziehung der beiden anderen Erzengel Gabriel und Raphael begangen.

In der Kunst wird Michael meist in Ritterrüstung abgebildet. Die bekannteste Darstellung ist der Kampf mit dem Drachen, dem Symbol des ewig Bösen. Oft hat Michael auch eine Waage bei sich, da er in der plastischen Vorstellung des mittelalterlichen Menschen dazu auserkoren war, am Jüngsten Tag die Menschen nach Gut und Böse zu wägen. Ein weiteres Attribut ist das Flammenschwert, mit dem der Erzengel den Eingang zum Paradies bewacht.

Der bekannteste Michaels-Wallfahrtsort ist der italienische Monte Sant'Angelo. Seit im Jahre 495 dort in einer Grotte der Heilige mehreren Hirten erschienen ist, drängen sich nun unaufhörlich die Pilgerscharen dorthin. Nicht minder berühmt sind der Mont-Saint-Michel in der Normandie und sein südenglisches Gegenstück, der Saint-Michels-Mount.

Der Erzengel Michael ist Patron der Katholischen Kirche, der Deutschen und der Soldaten. Vor allem im Ausland werden wir auch heute noch oft als "Michel" bezeichnet. Uns Deutschen dürfte dieser "Deutsche Michel" aus Karikaturen geläufig sein. Im 18. Jahrhundert nannte man einen Knecht oder jungen Bauern in Deutschland "Vetter Michel".

Die hessische Stadt Schlüchtern, ein anerkannter Luftkurort zwischen Spessart, Rhön und Vogelsberg, stellt den Erzengel in ihrem Wappen in klassischer Art mit Schwert und Waage dar. Im Wappen der belgischen Gemeinde Ravels finden wir ihn als Drachentöter wieder.

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Nikolaus von Myra - 6. Dezember:

Kreis Cuxhaven

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Ein „Superstar" unter den Heiligen ist Nikolaus von Myra, zumindest in den Augen unserer Kinder. Wahre Geschichte, Legende und Brauchtum verbinden sich bei ihm zu einem liebenswerten Gesamtbild.

Dies sind die historisch belegten Daten: Nikolaus wurde zwischen 280 und 286 im lykischen Patras geboren. Um 300 wurde der junge Mann bereits Bischof von Myra, dem heutigen Demre. Beide Orte liegen im historischen Lykien, einer griechischen Provinz, die heute als türkische Riviera bekannt ist. Während der Phase der Christenverfolgung im Römischen Reich geriet er um 310 in Gefangenschaft, wo er schwer mißhandelt wurde. Noch gezeichnet von den erlittenen Folterungen trat er 325 auf dem berühmten Konzil von Nicäa auf. Von dieser Kirchenversammlung gibt es sogar noch Dokumente mit seiner Unterschrift. Sein Todestag ist der 6. Dezember, das Jahr lag zwischen 345 und 351.

Der Nikolauskult breitete sich über die griechisch-orthodoxe Kirche nach Rußland aus, wo er die stärkste Verehrung erfuhr. Seit dem 8. Jahrhundert gilt er als Schutzpatron Rußlands. Nicht von ungefähr trugen große Zaren diesen Namen. Im westlichen Europa breitete sich seine Verehrung anfänglich nur zögernd aus. Der Durchbruch erfolgte ab dem 10. Jahrhundert vornehmlich im Rheinland.

Heute besucht Sankt Nikolaus am Vorabend seines Todestages die Kinder auf, beschenkt sie oder tadelt sie. Oftmals begleitet ihn dabei sein Helfer Knecht Ruprecht. Vor die Tür gestellte Stiefel sind am Nikolausmorgen mit Süßigkeiten gefüllt.

Die Gestalt, in der Nikolaus dabei auftritt, wurde erst vor etwa 100 Jahren vom Maler Moritz von Schwind geschaffen: ein gütiger, alter Mann mit langem, weißen Bart in einem roten Kapuzenmantel.

In der Heraldik finden wir ihn selbstverständlich nur in der klassischen Darstellung als Bischof, so beispielsweise im Wappen des niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Den Eingang in dieses Wappen fand Nikolaus wegen seiner Verehrung als Schutzpatron der Seefahrer, Fischer und Küstenbewohner.

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Pankratius - 12. Mai:

Erloschenes (1975) Wappen Stadt Belecke

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Deutsche Wappen Band 7, Klemens Stadler; Angelsachsenverlag Bremen 1972

 

Die Legende erzählt, daß Pankratius als Sohn eines vornehmen christlichen Römers um 290 im kleinasiatischen Phrygien (heutige türkische Südküste) geboren wurde. Seine Eltern verstarben bald nach seiner Geburt. Sein Onkel Dionys nahm den Jungen in seine Obhut. Um 303 zogen Dionys und Pankratius nach Rom. Dort waren die Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian auf ihrem Höhepunkt angelangt. Ein öffentliches Bekenntnis zum Christentum kam einem Todesurteil gleich.

Der vierzehnjährige Pankratius ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Mit seinem ererbten Vermögen versuchte er das Leid der gefangengenommenen Christen zu lindern. Infolge Verrates wurde er ebenfalls verhaftet. Kaiser Diokletian versprach ihm bei einem Abfall vom Christentum alle Angenehmlichkeiten des Lebens. Der Jüngling ließ sich jedoch nicht von seinem Glauben abbringen. Am 12. Mai des Jahres 304 wurde er öffentlich enthauptet. Sein Leichnam sollte den Hunden zum Fraß vorgeworfen werden. Eine mutige Christin barg den toten Körper unter Lebensgefahr und trug ihn zur Via Aurelia zu den dortigen Katakomben, wo er von einer Gruppe Gläubiger beigesetzt wurde.

Über seinem Grab errichtete Papst Symmachus im Jahr 500 zu seinen Ehren eine Kirche. An ihrer Stelle erhebt sich heute die Basilika S. Pancrazio fuori le mura.

Die Verehrung des Heiligen ist fast in ganz Europa verbreitet. Seine große Popularität geht auf die Eroberung Roms durch den karolingischen Kaiser Arnulf von Kärnten am 12. Mai 896 zurück. Der Kaiser hat den Sieg der Fürbitte zu Pankratius zugeschrieben. Heute gilt Pankratius in Deutschland als Schutzpatron der Erstkommunikanten und in Frankreich der Kinder allgemein. Unseren Bauern und Gärtnern ist er als der erste der drei Eisheiligen bekannt. So nimmt es nicht wunder, daß sich um seine Person viele Bauernregeln ranken, wie beispielsweise: "Wenn's an Sankt Pankratius gefriert, wird viel im Garten ruiniert."

In der Kunst wurde Pankratius immer als Jugendlicher dargestellt; seit dem Spätmittelalter jedoch meist als gerüsteter Ritter. Im Wappen der früheren nordrhein-westfälischen Stadt Belecke ist er als junger Römer dargestellt. Dieses Bild erscheint bereits in ältesten Siegelabdrücken  aus dem Jahre 1296. In diesem Jahr erhielt Belecke am 12. Dezember das Stadtrecht durch den Erzbischof und Kurfürst Siegfried II von Köln verliehen. Ein weiterer wichtiger Tag in der Stadtgeschichte ist der "Sturmtag". An diesem Tag, dem Mittwoch vor Pfingsten, gedenken die Belecker bis heute dem erfolgreich abgewehrten Angriff der Soester während der "Soester Fehde" 1444-1449. Im Jahre 1975 wurde Belecke im Rahmen der kommunalen Neuordnung in die Stadt Warstein eingegliedert. Damit erlosch auch das Recht der Wappenführung.

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Paulus - 29. Juni:

Stadt Elze

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Archiv  www.okiwappen.de

Ursprünglich hieß er Saulus. Als Sohn wohlhabender Eltern wurde er um das Jahr 0 herum in Tarsus (in der heutigen Süd-Türkei) mit römischem Bürgerrecht geboren. Geprägt durch seinen Vater ergriff er dessen Beruf als Zeltteppichweber und folgte ihm später auch in das Amt eines Pharisäers (jüdische Laien-Theologen). Seine weitere theologische Ausbildung erfolgte in Jerusalem. 

Für Saulus war die aufkommende christliche Kirche eine jüdische Sekte, die rücksichtslos verfolgt und bekämpft werden mußte. Wie die Bibel berichtet, hat er im Jahre 35/36 bei der Steinigung des heiligen Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer, die Bekleidung der Steiniger überwacht. Danach erhielt er den Auftrag, in Damaskus Christenverfolgungen zu leiten.
Auf dem Weg dorthin, begegnete ihm der auferstandene Christus. Diese Begegnung veränderte sein Leben radikal. Von der übermächtigen Erscheinung Christi getroffen, fiel Saulus zu Boden und erblindete. In Damaskus wurde er von Ananias geheilt und auf den Namen Paulus getauft. 

Nun begann seine spannende Laufbahn als Christ, Apostel und Missionar. Eine erste Missionsreise führte in nach Zypern und in die südliche Türkei. Beim ersten Apostelkonzil der jungen christlichen Kirche in Jerusalem im Jahre 48 erhielt er die Erlaubnis zu weiterer missionarischer Tätigkeit. Sein Gegenspieler war der Apostel Petrus, der die christliche Kirche nur als eine Erneuerung des Judentums ansah und infolgedessen den Missionsauftrag auf das Kernland Israel beschränken wollte. Paulus' Drängen sprengte diesen Rahmen und ermöglichte der jungen Kirche eine Expansion und eine damit beginnende Heidenmission. Insgesamt führte Paulus noch drei weitere, nicht ungefährliche Missionsreisen durch. Sie führten ihn durch die ganze damals bekannte Welt, nach Syrien, Griechenland, Italien und vielleicht sogar nach Spanien.

Im Jahre 57 wurde er in Jerusalem gefangen genommen. Als römischer Bürger genoß er jedoch das Privileg, daß er nur in Rom vor Gericht gestellt werden durfte. Auf der Reise dorthin bewirkte ein Schiffbruch einen Zwangsaufenthalt auf Malta. In Rom angekommen konnte er jedoch offenbar recht frei wirken. Er starb dort um das Jahr 62, wahrscheinlich eines natürlichen Todes. Der Legende zufolge wurde er jedoch enthauptet, wobei drei Quellen aus seinem Blute entstanden. An dieser Stelle wurde später die Kirche S. Paolo alle Tre Fontane errichtet.
Der Zählebigkeit dieser Legende verdankt Paulus auch seine heraldischen Attribute Schwert und Buch. 

Die Kirche hat die Gedenktage der Apostel Petrus und Paulus zu einem Tag (29. Juni) zusammengefaßt, obwohl beide nicht am selben Tag starben. Aber ihre Lebensgeschichten sind eng miteinander verknüpft. Im Wappen der niedersächsischen Stadt Elze finden wir eine schöne gemeinsame Darstellung beider Apostel. Dank ihrer Attribute lassen sie sich gut unterscheiden. Das Wappen kam bereits als Fleckenwappen im 16. Jahrhundert in Gebrauch. 1939 wurden die Heiligengestalten durch das schwarze Wappenschild mit dem roten Stufenschrägbalken ersetzt, welches den Herren von Elze zugeordnet wird. 1956 kombinierte man beide Wappenschilde zum jetzigen Stadtwappen.

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Petrus - 29. Juni:

Mittleres Wappen der Freien und Hansestadt Bremen

Bildquelle:

Wappen und Flaggen der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Länder, Bundeszentrale für politische Bildung; Bonn 1958

Eigentlich hieß er Simon und wurde um Christi Geburt in Bethsaida im heutigen Israel geboren. Er war verheiratet und lebte mit seiner Familie in Kafarnaum, wo er den Lebensunterhalt als Fischer verdiente. Irgendwann begab er sich zu Jesus Christus und folgte ihm als Jünger. Jesus berief ihn mit den Worten: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen." zu einem seiner 12 Apostel. Durch diese Worte des Herrn wurde Petrus, wie er fortan genannt wurde, quasi zum Sprecher der Apostel ernannt. Aus dieser besonderen Stellung heraus erwuchs später das Papsttum der römisch-katholischen Kirche. Alle Päpste sehen sich als Bischof von Rom in der Nachfolge Petri.

Petrus unternahm viele erfolgreiche Missionsreisen, unter anderem nach Rom. Dort wurde er im Jahre 67 vom römischen Kaiser Nero verhaftet und zum Tode am Kreuz verurteilt. Seine einzigen Worten zu diesem Urteil war die Bitte, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden, da er nicht würdig sei, wie Jesus Christus zu sterben. Diese Kreuzform ist in der Heraldik denn auch als das sogenannte Petruskreuz" bekannt.

Sein heraldisches Erkennungszeichen (Attribut) ist jedoch der Himmelsschlüssel". Er wird hergeleitet aus dem Bibelwort: "Ich will Dir des Himmelreiches Schlüssel geben." (Matth. 16, Vers 19).

In dem seit 1366 unverändert geführten Wappen der Freien und Hansestadt Bremen ist in eindrucksvoller Schlichtheit lediglich dieses Attribut dargestellt. Das Wappen geht auf das Patronat des Heiligen für das frühere Erzbistum Bremen und für den Bremer Dom zurück. Voller Stolz verweisen die Bremer gerne auf ihre Selbständigkeit als kleinstes Bundesland der Bundesrepublik Deutschlands, für die der Bremer Schlüssel ein Symbol ist. Bremen - Deutschlands Schlüssel zur Welt.

Die Kirche hat die Gedenktage der Apostel Petrus und Paulus zu einem Tag (29. Juni) zusammengefaßt, obwohl beide nicht am selben Tag starben. Aber ihre Lebensgeschichten sind eng miteinander verknüpft. Im Wappen der niedersächsischen Stadt Elze werden beide Apostel gemeinsam dargestellt. Anhand ihrer Attribute sind sie jedoch zweifelsfrei zu identifizieren.

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Sebastian - 20. Januar:

Stadt Blieskastel

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Im Wappen der saarländischen Stadt Blieskastel sehen wir einen nahezu unbekleideten Mann, der offensichtlich unter Beschuß mit Pfeilen liegt. Der goldene Nimbus (Heiligenschein) läßt erahnen, daß es sich hier nicht um die Darstellung eines Verbrechens der Neuzeit handelt. Was ist hier in Blieskastel geschehen, daß sich die Stadt an der Blies mit einem solch blutrünstigen Wappenbild schmückt?

Das Wappen geht auf ein Siegelbild zurück, welches seit Ende des 16. Jahrhunderts in Gebrauch ist. Das Wappen wurde erstmals 1837 durch den damaligen Landesherrn, dem bayerischen König Ludwig I, genehmigt. Mit einer "Allerhöchsten Cabinettsordre" Seiner Majestät, dem Deutschen Kaiser wurde es am 24.12.1845 bestätigt. Der zugehörigen Wappenbeschreibung entnehmen wir, daß es sich bei der dargestellten Person um den heiligen Sebastian handelt. Sebastian war Schutzpatron der 1668 bis 1680 erbauten und 1928 abgebrochenen Kirche, die als Kapitelskirche des Chorherrenstifts seit 1785 diente.

Über das Leben Sebastians gibt es nur unvollständige Überlieferungen. Er soll im 3. Jahrhundert in Mailand geboren sein und diente als Soldat im römischen Heere unter Kaiser Carinus. Nach dessen Tod wurde der erbitterte Christenhasser Diokletian römischer Kaiser. Als Diokletian erfuhr, daß der von ihm geschätzte Sebastian Christ war, ließ er in an einen Pfahl binden und  durch Pfeilbeschuß hinrichten. Wie durch ein Wunder überlebte Sebastian jedoch die Exekution. Nach seiner Genesung beschuldigte er öffentlich den Kaiser dieses Verbrechens.

Diokletian machte nun kurzen Prozeß, da er um sein Ansehen fürchtete. In einer Arena ließ er den mutigen und bekennenden Christen Sebastian von seinen eigenen Kameraden mit Knüppeln zu Tode prügeln. Der Legende zufolge soll dies am 20. Januar 288 geschehen sein. Eine Christin namens Lucina barg den Leichnam aus der Cloaca Maxima und bestattete ihn an der Via Appia bei der Apostelbasilika. Das Gotteshaus heißt heute San Sebastiano und ist eine der sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms.

Obwohl der Heilige letztendlich erschlagen wurde, ging die Darstellung des Pfeilbeschußes in die Kunst ein.

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Stanislaus von Krakau - 11. April:

Im Wandel der Zeit:

Ehemalige Stadt Schulitz (Westpreußen)

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Miasto Solec Kujawski (PL)

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Herbarz Miast Polskich, Andrzej Plewako - Jozef Wanag; Arkady Verlag, Warschau 1994

 

 

Stanislaus wurde um 1030 in der Nähe der südpolnischen Stadt Krakau aus polnischem Adel geboren. Seine Jugend- und Studienzeit verbrachte er in Gnesen und Paris. Nach seiner Rückkehr ins heimische Krakau wurde er zum Priester geweiht. Für kirchliche Verhältnisse sehr früh wurde er bereits 1072 im Alter von 42 Jahren zum Bischof des Erzbistums Krakau ernannt.

Er erwies sich als unermüdlicher, selbstloser und reformfreudiger Seelsorger. Sein besonderes Anliegen war, Moral und Anstand zu heben. Als er den polnischen König Boleslaw II. ermahnte, das Gebot der Treue gegenüber seiner Ehefrau zu beherzigen und Frauen allgemein besser zu behandeln, kam es zum Bruch zwischen beiden. König Boleslaw mißachtete diese Aufforderung und verweigerte im Gegenzug die Herausgabe kirchlichen Besitzes. Bischof Stanislaus exkommunizierte ihn schließlich. Darauf verhängte König Boleslaw das Todesurteil über den Gottesmann. Die königlichen Ritter weigerten sich jedoch, dieses Urteil zu vollstrecken. So schritt der grausame König selbst zur Tat. Während Stanislaus in der Krakauer Michaelskirche eine Messe las, überfiel ihn der König und erschlug ihn am 11. April des Jahres 1079 vor dem Altar. Schon wenige Jahre nach seinem Märtyrertod wurde Stanislaus als Heiliger verehrt. König Boleslaw hingegen wurde vom vor Wut und Trauer rasenden Volk aus dem Land vertrieben. Er mußte nach Ungarn fliehen, wo er später im Exil starb.

Im Jahre 1253 sprach Papst Innozenz IV. Stanislaus heilig. Er gilt als Nationalheiliger Polens und ist natürlich auch Schutzpatron des Erzbistums Krakau, eben des Bistums, aus dem auch der am 4. April 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II. stammte.

In die Kommunalheraldik fand er Eingang im Wappen der westpreußischen Stadt Schulitz, des heutigen Solec Kujawski (Regierungsbezirk, bzw. Wojewodschaft Bromberg). Das älteste Stadtsiegel aus dem Jahre 1600 zeigt den Rumpf des Bischofs zwischen den Initialen SS (in der Bedeutung: Sanctus Stanislaus). Im Jahre 1893 nahm der Rat der Stadt jedoch Anstoß daran, daß eine fast ausschließlich von Protestanten bewohnte Stadt einen Heiligen im Wappen führte. Der Heraldische Verein „Herold" mit Sitz in Berlin überarbeitete das Stadtwappen. In der überarbeiteten Version wurde es dann bis zum Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1918 geführt. Westpreußen und damit auch die Stadt Schulitz mußten gemäß den Bestimmungen des Versailler Diktats an Polen abgetreten werden. Die polnische Verwaltung besann sich auf das ursprüngliche Wappenbild zurück und führt den heiligen Stanislaus nun wieder in der alten Siegeldarstellung von 1600.

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Ursula - 21. Oktober:

Stadt Oberursel

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Archiv  www.okiwappen.de

 

 

Wie bei so vielen großen Heiligengestalten kann auch das Leben der heiligen Ursula nur anhand von Legenden gezeichnet werden. Diesen Legenden ist jedoch ein der Wirklichkeit entsprechender Kern gemeinsam.

Danach war Ursula eine englische Königstochter, die als junges Mädchen ewige Jungfräulichkeit gelobte. Trotzdem wurde sie von ihrem Vater verlobt. Ihr Bräutigam wanderte mit seinen Männern in die Bretagne aus. Ursula sollte kurze Zeit später mit den Frauen der Männer folgen. Ihr Schiff geriet jedoch in einen Sturm und trieb in die Rheinmündung, von wo die Frauen rheinaufwärts bis Köln segelten. Köln war zu jener Zeit (304) von den Hunnen belagert. Diese fielen über Ursula und ihre "11.000 Gefährtinnen" her, mißhandelten sie und ermordeten sie anschließend. Ursula, die sich dem Hunnenkönig verweigerte, wurde mit dem Pfeil getötet. Die Zahlenangabe "11.000" ist sicherlich nicht wörtlich zu verstehen, sondern soll vielmehr die überaus große Zahl der mitreisenden Frauen ausdrücken.

Nach der Massenvergewaltigung und der Ermordung der Jungfrauen stiegen der Legende zufolge 11.000 Engel vom Himmel herab und vertrieben das Hunnenheer. Die dankbaren Kölner errichteten Ursula und ihren Gefährtinnen eine Kirche. Dort, in Sankt Ursula, ruht noch heute die Heilige in einem kostbaren Schrein. Die Wände dieser "Goldenen Kammer" sind über und über mit Menschengebein überzogen, den Resten der 11.000 Jungfrauen.

Die 11 schwarzen Flämmchen im Kölner Stadtwappen erinnern an diese 11.000 Märtyrerinnen.

Im Wappen der hessischen Stadt Oberursel, dem grünen Tor zum Taunus, finden wir die heilige Ursula selbst in einer sehr schöne Darstellung mit dem Attribut ihres Martyriums, den Pfeilen. Das Rad in ihrer Linken ist das "Mainzer Rad" als Zeichen der früheren Zugehörigkeit der Stadt Oberursel zum Kurfürstentum Mainz. Der Sparrenschild erinnert an das Geschlecht derer von Eppstein, unter deren Herrschaft der Ort die Stadtrechte erlang.

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Verena von Zurzach - 1. September:

Gemeinde Zurzach (CH)

Bildquelle:  www.ngl.nl

 

Gemeinde Straßberg

Bildquelle:

Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg,

Bd. 4 RegBez. Tübingen; Heinz Bardua, Konrad Theiss Verlag Stuttgart 1987

 

Die Heimat der heiligen Verena ist Ägypten, wo sie um das Jahr 300 geboren wurde. Ihr Bräutigam Victor (Siehe Victor von Xanten) diente als Kohortenführer in der berühmten Thebäischen Legion des heiligen Mauritius. Der Legende nach wurde diese Legion in der Nähe des nordschweizerischen Ortes Agaunum, dem heutigen St. Moritz niedergemacht. Als Verena diese Schreckensnachricht erhielt, machte sie sich auf den Weg zum Schlachtfeld. Dort verwehrte man ihr im Rahmen der Christenverfolgungen den Aufenthalt. Eine Zeitlang soll sie sich in einer Klause in der Verena-Schlucht bei Solothurn aufgehalten haben. die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Zurzach im Schweizer Kanton Aargau, nahe der Grenze nach Deutschland. Dort führte sie mit einigen anderen Frauen ein gottgeweihtes Leben in großer Armut. Selbstlos kümmerte sie sich um Kranke und Arme in der Umgebung. Verena starb im hohen Alter um 350 in Zurzach.

Das Verenamünster im Kurort Zurzach erhebt sich als eigenwilliger Kirchenbau über ihrem Grab. Das Münster ist der einzige noch bestehende Teil einer großen mittelalterlichen Klosteranlage des Benediktinerordens. Kostbarstes Kleinod des Münsters ist das Armreliquiar, welches vom Hause Habsburg zu Beginn des 14. Jh. gestiftet wurde.

Die heilige Verena gehört bis heute zu den meistverehrten Heiligen in der Schweiz. Ihre Attribute sind Krug, Brot und Kamm als Zeichen für die Armen- und Krankenpflege. Im Wappen der schweizerischen Gemeinde Stäfa wird die Heilige in dieser Form dargestellt. Im Wappen der baden-württembergischen Gemeinde Straßberg finden wir nur den Krug als Hinweis auf die dortige, ihr geweihte Pfarrkirche.

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Valentin von Terni - 14. Februar:

Gemeente Ravels (B)

Bildquelle:

Offizielle Homepage Gemeente Ravels [ www.ravels.be ]

Der Valentin, dem das Gedenken dieses Tages gilt, ist wahrscheinlich jener Bischof von Terni, der im 3. Jahrhundert amtierte. Im Jahre 268 erlitt er in Rom den Märtyrertod durch Enthauptung. Valentin von Terni wurde immer wieder mit anderen Trägern dieses Namens verwechselt. Beispielsweise gibt es in der darstellenden Kunst Übereinstimmungen mit dem Bischof Valentin von Rätien. Beide werden oft mit einem verkrüppelten Kind zu Füßen dargestellt. Möglicherweise wird Valentin von Terni auch mit Valentin von Rom verwechselt (oder dieser mit ihm?).

Diese Verwechslung kommt nicht von ungefähr. Bereits im 4. Jahrhundert gab es an der römischen Via Flaminia zwei Grabstellen, an denen die Gebeine je eines heiligen Valentin verehrt wurden: beim 2. Meilenstein (im römischen Stadtgebiet) und beim 63. Meilenstein (in der Nähe von Terni). Über beiden Gräbern wurde außerdem eine Basilika errichtet. Am 2. Meilenstein ist die Existenz dieser Basilika bis in das 7. Jahrhundert nachweisbar. Die Basilika am 63. Meilenstein in der Nähe von Terni läßt sich erst im 8. Jahrhundert nachweisen. Der Festtag beider Heiligen ist der 14. Februar. Eine Passio aus dem 5.-6. Jahrhundert nennt einen Bischof von Terni, der in Rom hingerichtet, jedoch in der Nähe von Terni beigesetzt wurde. Das bedeutsame "Lexikon der Namen und Heiligen" (O. Wimmer - H. Melzer; Innsbruck-Wien 1988) bemerkt dazu: "Es ist aber kaum anzunehmen, daß an derselben Straße am gleichen Tag 2 Märtyrer gleichen Namens existieren. Wahrscheinlich handelt es sich um einen einzigen Märtyrer, nämlich den Bischof von Terni, dessen Kult im 4. Jh. auch in Rom eingeführt wurde."

Der Brauch, den Valentinstag als Tag der Liebenden zu begehen, geht sehr weit zurück. Am 14. Februar gedachte man im antiken Rom der Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie. An diesem Tag wurden den Frauen Blumen geschenkt. Im Mittelalter kam dieser Brauch auch in Frankreich, Belgien und England auf. Später griff er auch in Amerika über. Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich der Brauch der Blumengeschenke nach dem 2. Weltkrieg durch den Einfluß der USA. 1950 erklärten die Floristen den Valentinstag zum "Tag der offenen Herzen" und gaben ihn nun völlig der Kommerzialisierung frei.

In früherer Zeit wurde der Valentinstag auch als "Vielliebchentag" bezeichnet. Dies erinnert daran, auf den Feldern und in den Gärten den Feldsalat (Vielliebchensalat) zu stechen. Man sagte auch, ein lediges Mädchen werde jenen Burschen zum Ehemann nehmen, den es am 14. Februar als ersten erblickt. Junge Männer, die sich ein Mädchen auserkoren hatten, überreichten ihm deshalb schon in aller Früh dieses Tages einen Blumenstrauß.

Trotz der hohen und verbreiteten Verehrung begegnet uns der Heilige in Wappenbildern äußerst selten. Er wird in der Heraldik jedoch immer als Bischof in Amtstracht dargestellt. Eine schöne und außergewöhnliche Darstellung finden wir im Wappen der belgischen Gemeinde Ravels. Ravels ist eine belgische Grenzgemeinde im Nordosten der Provinz Antwerpen. Die Nationalstraße N12 von Tornhout nach Tilburg verbindet die drei Ortsteile Ravels, Weelde und Poppel, welche 1986 zur heutigen Gemeinde Ravels vereinigt wurden. Den Schild mit dem Erzengel Michael brachte der Ortsteil Weelde mit in diese Ehe ein. Das neue Wappen wurde der Gemeinde am 10. März 1987 verliehen. Es besteht aus einem Wappenschild, der von zwei Schildhaltern begleitet wird. Im Schild wird der Erzengel Michael als Drachentöter dargestellt. Die beiden durch ihre Mitra als Bischöfe erkenntlichen Schildhalter sind durch ihre Attribute näher bezeichnet. Auf der linken Seite (heraldisch rechts!) sehen wir den heiligen Valentin von Terni. Er führt als Zeichen seiner Bischofswürde den Bischofsstab. Das Schwert gibt Auskunft darüber, daß Valentin enthauptet wurde. Bei der zweiten Bischofsfigur handelt es sich um den heiligen Servatius, der als typische Attribute Schwert und Herz führt.

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Viktor von Xanten - 10. Oktober:

Stadt Damme

Bildquelle:

Deutsche Wappen Band 5, Klemens Stadler; Angelsachsenverlag Bremen 1970

 

Der im Wappen der Stadt Damme dargestellte heilige Viktor ist wahrscheinlich der heilige Viktor von Xanten. Dieser diente als Kohortenführer in der berühmten Thebäischen Legion des heiligen Mauritius. Der Überlieferung zufolge konnte Viktor mit einigen Gefährten zunächst dem Blutbad entkommen, in welchem die Legion auf grausamste Art und Weise für ihr mutiges Bekenntnis zum christlichen Glauben abgeschlachtet wurde. Er wurde aber dann bei Xanten am Niederrhein ergriffen und erlitt dort um das Jahr 304 den Märtyrertod. Bei Ausgrabungen im Xantener Dom fand man zwei Männerskelette aus jener Zeit.

Einer anderen Legende zufolge ist Viktor mit seinem Gefährten Ursus und weiteren 66 christlichen Soldaten nach dem Blutbad von Agaunum (heute: Sankt Moritz in der Schweiz) im schweizerischen Solothurn gefangen worden. Dort trieb man sie zunächst ins Feuer, bevor man sie enthauptete. Hier wird der Heilige als Viktor von Solothurn verehrt.

Bei beiden Heiligen dürfte es sich jedoch um dieselbe Person handeln, da die Kernaussagen der Legenden identisch sind.

Das Wappen der niedersächsischen Stadt Damme ist geviert. In Feld 1 werden auf goldenem Grund zwei rote Balken geführt, in Feld 4 ein goldenes Nagelspitzkreuz auf blauem Grund. Beide Felder bedienen sich damit Figuren des oldenburgischen Landeswappen und erinnern an die Zugehörigkeit der Stadt zum Land Oldenburg bis 1947. In Feld 2 wird in Schwarz der stehende, golden nimbierte heilige Viktor in silberner Rüstung mit silbernem Mantel gezeigt. In seiner Rechten hält er eine silberne Lanze mit silberner Fahne, darauf ein durchgehendes rotes Kreuz. Die Linke stützt sich auf einem silbernen Schild ab, der ebenfalls ein durchgehendes rotes Kreuz trägt. Diese Darstellungsart ist typisch für den heiligen Viktor. Sie erinnert an seinen Gefährten Mauritius, der auch gerüstet als Fahnenträger dargestellt wird. Viktor fand seinen Eingang in das Dammer Wappen, da er Schutzpatron der im 9. Jahrhundert gegründeten Ortskirche ist.

Die im 3. Feld auf grünem Grund geführte silberne Pflugschar symbolisiert die landwirtschaftliche Tätigkeit der Bevölkerung. Das Wappen wurde 1928 durch das oldenburgische Innenministerium verliehen.

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Walburga - 25. Februar:

Erloschenes (1939) Wappen Gemeinde Hausberge an der Porta

Bildquelle:

Archiv  www.okiwappen.de

 

 

Zum Namen Walburga fällt den meisten von uns sicher zunächst nur die bekannte Walburgisnacht ein. In dieser Nacht vor dem 1. Mai fliegen nach altem Volksglauben die Hexen zu ihren Tanzplätzen. Der bekannteste Tanzplatz ist der Blocksberg. Dabei richten sie allerlei Unheil bei Menschen, Vieh und Feldern an.

Die heilige Walburga hat mit diesem abergläubischen Hexenspektakel natürlich nur indirekt zu tun. Sie gilt unter anderem als Beschützerin der Wöchnerinnen vor Hexeneinfluß. Aus dieser ihr zugeschriebenen Schutzfunktion heraus erhielt das Hexentreffen vermutlich seinen Namen.

Walburga wurde um 710 in Wessex (England) geboren. Der Bruder ihrer Mutter, der heilige Bonifatius, holte sie um 750 nach Deutschland. Als Benediktinerin diente sie im Kloster Tauberbischofsheim, bis sie 761 die Leitung des Doppelklosters in Heidenheim in Mittelfranken übernahm. Dort starb sie am 25. Februar 779 und fand in der früheren - heute evangelischen - Klosterkirche ihre letzte Ruhestätte.

Durch ihre große gelebte Frömmigkeit und Überzeugungskraft gewann sie eine enorme Popularität. Sie gehört zu den volkstümlichsten und meistverehrten Heiligen. Obwohl jedoch unzählige Kirchen in Europa und Amerika nach ihr benannt wurden, fand sie in die kommunale Heraldik kaum Eingang. In den äußerst seltenen Wappendarstellungen wird sie gewöhnlich mit drei Ähren oder Rosen gezeigt; die Darstellung mit einem Palmwedel im Wappen des westfälischen Hausberge an der Porta ist einmalig.

Das hier dargestellte Wappen ist seit dem 15. Jahrhundert in Gebrauch und dient heute nur noch als sogenanntes Ortsteilwappen.

Nach mehreren Eingemeindungen und Gebietszuwächsen erhielt Hausberge 1939 die Stadtrechte und stiftete ein neues Wappen. Lediglich die gekreuzten Schlüssel als Hinweis auf die frühere Zugehörigkeit zum Fürstbistum Minden wurden aus dem alten Wappen übernommen.

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