Dänische und deutsche Kommunalwappen, die in ihrer Symbolik Bezug auf den historischen Ochsenweg (Hærvejen) nehmen

Amtskommune Åbenrå (Apenrade) - Bov (Bau) - Dalby - Handewitt - Hedensted - Hohenwestedt - Jevenstedt - Kropp - Oersdorf - Oeversee - Quickborn - Rødekro (Rothenkrug) - Schuby, Amt - Tyrstrup - Vejen - Wedel - Wiemersdorf

Die Liste wird sporadisch erweitert. (Stand: 01.06.2005)

Åbenrå (Apenrade), Amtskommune (erloschenes Wappen)

 

Die Entstehungsgeschichte des Wappens des früheren Amtes Åbenrå (Apenrade) ist eine ganz besondere. Sie steht in Verbindung mit der Silberhochzeit von Frederik IX und Königin Ingrid am 24.05.1960. Die Amtsmänner der vier südjütischen Ämter wünschten sich repräsentative Geschenke, die sie dem Silberbrautpaar überreichen konnten. So entstand die Idee der Ausarbeitung von Amtswappen für die vier Ämter. Die Wappen sollten das Präsent, ein Tisch- und Beilagenservice beim Hochzeitsessen schmücken.

Auf Wunsch des Amtes Åbenrå (Apenrade) arbeitete der Heraldiker P. Warming einen Entwurf aus, der wie folgt beschrieben ist: „In blauem Feld zwei gekreuzte Schwerter mit goldenen Griffen, darüber eine offene goldene Krone und auf jeder Seite ein silberner Ochsenkopf en face." Man hatte damit die Symbole für den Ochsenweg, die Krönung der dänischen Könige auf dem „Urnehoved ting" und die Sommerresidenz des Königspaares auf Schloß Gråsten (Gravenstein). Der Wappenvorschlag wurde auf der Amtsrat-Tagung am 14.03.1960 gebilligt. Während der Behandlung der Angelegenheit hörte der Amtsmann zwischenzeitlich jedoch eine Bemerkung am Pressetisch: "Du, weshalb sind nur 2 Ochsenköpfe im Wappen? Es müssen doch 11 sein, stellvertretend für die 11 Amtsratsmitglieder." Diese überlieferte Episode bewirkte, daß die Angelegenheit an den heraldischen Konsulent zurückging. Man war sich einig darüber, daß im Wappen keine Ochsenköpfe erscheinen dürfen. Da die Angelegenheit infolge der bevorstehenden Silberhochzeit eilte, wurde die Änderung von den 11 Amtsratsmitgliedern telefonisch gebilligt.

Das 1960 angenommene Wappen zeigt demzufolge lediglich in Blau zwei gekreuzte silberne, golden gegriffte Schwerter, darüber schwebend eine goldene Krone. Bei der 10 Jahre später durchgeführten großen Kommunalreform ging das Amt Åbenrå (Apenrade) in das neu geschaffene Amt Sønderjylland (Südjütland) auf.

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Bov (Bau)

 

1959 faßte der Gemeinderat der Kommune Bov (Bau) den Entschluß zur Wappenführung. Basierend auf einem Vorschlag des einheimischen Buchhändlers H. L. Clement wurde in Zusammenarbeit mit dem "Statens heraldiske konsulent" ein Wappen geschaffen, welches der Gemeinderat im August 1961 annahm. Es zeigt in Silber über blauem Schildfuß eine rote, zweibögige Brücke mit goldenem Grenzpfahl, aus dem zu jeder Seite ein goldgehörnter und goldbehufter roter, herschauender Ochse hervorbricht.

Die Aussage des Wappens beinhaltet sowohl einen historischen Rückblick auf die Geschichte und geographische Lage der Kommune als auch einen zukunftsorientierten Aspekt. Das Gemeindegebiet grenzt direkt an die heutige Nordgrenze der Bundesrepublik Deutschland, deren Grenzverlauf 1920, basierend auf den Ergebnissen der Volksabstimmung in Nordschleswig, gezogen wurde. Dieser Tatsache wird durch die Darstellung des Grenzpfahles Rechnung getragen.

Die Haupttrasse des alten Heer- und Ochsenweges verläuft von Norden kommend durch den Bommerlunder Wald; früher war hier nur unwirtliches ödes Heidegebiet. Begleitet von historischen Wegepflichtsteinen, Grenzpfählen und Wegweisern quert die unter Naturschutz stehende Trasse die Geilå (Geilau) bei Bommerlund. Die aus mächtigen Feldsteinen errichtete Brücke wurde die zentrale Figur des Kommunewappens. Sie symbolisiert die Rolle, in der sich die Kommune heute sieht: als verbindende Brücke zwischen Dänemark und Deutschland. Siedlungsspuren und Hünengräber lassen eine kontinuierliche Besiedelung des Gebietes um Bov (Bau) bis ca. 5.000 Jahre vor Chr. nachweisen. Der Ortsname Bov (Bau), vermutlich vom altdänischen Wort "Boghæ" abstammend, deutet auf einen Bogen oder Krümmung hin. Wahrscheinlich ist damit der "Krumme Weg" gemeint, der sich in Bov (Bau) von der Trasse des Ochsenweges abzweigt und durch das Tal der Kruså (Krusau) nach Flensburg verläuft. Ein Stück dieses Weges ist noch heute im alten Zustand erhalten geblieben und steht unter Denkmalschutz. Die Kruså (Krusau) mündet im gleichnamigen Ortsteil in die Flensburger Förde, was sich im blauen Schildfuß wiederspiegelt.

Einen weiteren Hinweis auf den historischen Ochsenweg geben die beiden Ochsen. Im weiteren Sinne stehen sie aber auch für den grenzüberschreitenden Handel. Neben riesigen Einkaufszentren beidseitig der Grenze dominiert im Ortsteil Padborg (Pattburg) das LKW- und Bahntransportgewerbe. Padborg (Pattburg) gilt als der größte "Ausfuhrhafen" Dänemarks.

 

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Dalby  (erloschenes Wappen)

Die Gemeinde Dalby erfüllte sich 1964 den Wunsch nach einem eigenem Wappen. Entworfen wurde es auf Bitten des Gemeinderates vom staatlichen Konsulent für Heraldik.

Zusammen mit weiteren sieben Gemeinden war Dalby Teil der Tyrstrup Harde. Diese acht Gemeinden wurden nach dem Krieg 1864 gegen königlich-dänische Enklaven im deutschen Herzogtum Schleswig eingetauscht und verblieben somit im Königreich Dänemark. Ein achtfach von Rot und Silber geschachter Schräglinksbalken sollte diese historische Schicksalsgemeinschaft in allen acht Gemeindewappen der Harde dokumentieren. Lediglich eine zusätzliche Figur im Vorderteil des Wappens sollte die wappenführende Gemeinde präzisieren.

Dalby entschied sich für einen silbernen Ochsenkopf en face. Damit wollte die Gemeinde die den Landstrich seit Jahrhunderten prägende Viehwirtschaft hervorheben. Der Ochsenkopf wurde dem alten Siegel der Nørre Tyrstrup Herred (Nord-Tyrstrup-Harde) entlehnt, welches redend einen Stier (dän. tyr) im Siegel führte.

Die 1970 in Dänemark durchgeführte Gebiets-und Verwaltungsreform machte jedoch die Absichten der Wappeneinführung bei den übrigen Gemeinden der Harde zunichte. Dalby wurde in die Stadt Kolding eingemeindet.

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Handewitt

 

Südlich der Grenze, direkt an das Gebiet der dänischen Kommune Bov (Bau) angrenzend, erstreckt sich das Terrain der Gemeinde Handewitt. Die Handewitter Kirche, die bereits 1240 urkundlich erwähnt ist, ist die älteste Kirche der ehemaligen Wiesharde. Zu ihrem Kirchspiel gehörten bis zur Grenzziehung von 1920 auch große Anteile der Kommune Bov (Bau). Gut nachbarliche Beziehungen prägen heute das Verhältnis zwischen beiden Gemeinden.

Der historische Ochsenweg berührt das Gemeindegebiet nur am nördlichen Rande. Dennoch verdankt ihm Handewitt seine wirtschaftliche Entwicklung. 1697 erhielt das Dorf durch den dänischen König Christian V das Privileg, zweimal jährlich einen öffentlichen Pferde- und Viehmarkt abzuhalten. Über lange Zeit hob sich der Handewitter Viehmarkt in seiner Bedeutung von anderen Märkten der weiteren Umgebung ab.

Bei der Gebietsreform im Jahre 1974 schlossen sich die selbständigen Gemeinden Ellund, Gottrupel, Handewitt, Haurup, Hüllerup und Timmersiek zur jetzigen Großgemeinde Handewitt zusammen.

Das Gemeindewappen spiegelt diese Entwicklung wieder. Es ist von Gold und Blau erhöht geteilt; oben zeigt es in verwechselten Farben einen schreitenden Löwen. Im unteren Teil des Schildes werden sechs mit den Halmen aneinander gestellte begrannte Getreideähren geführt, deren Halme von einem mit den Stollen nach oben gekehrten Hufeisen überdeckt sind. Das am 17. 10. 1988 genehmigte Wappen basiert auf einem Vorschlag von Ingelore Ossowski aus Ellund.

Der "Schleswigsche Löwe" verweist auf die Zugehörigkeit zum Landesteil Schleswig und zum ehemaligen Landkreis Flensburg. Beide führen in verminderter Anzahl die blauen Löwen des dänischen Königswappen, um die historischen Verknüpfungen miteinander zu unterstreichen. Die Farbgebung des Wappens in den im Landesteil dominierenden Farben Blau und Gold unterstützt die Aussage.

Die Ähren verweisen auf die landwirtschaftliche Prägung der Gemeinde. Die Anzahl spiegelt die Zahl der früheren eigenständigen Orte der heutigen Großgemeinde wieder.

Das Hufeisen drückt nicht nur die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft der Gemeinde aus, sondern weist zugleich auf die ehemals bedeutenden Viehmärkte an diesem Ort am Rande des Ochsenweges hin.

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Hedensted

 

Unmittelbar nach der durch die Gemeindereform 1970 erfolgten Zusammenlegung wurde von der nunmehrigen Großgemeinde Hedensted die Schaffung eines Wappens in Angriff genommen. Der Gemeinderat wandte sich an den staatlichen Gutachter für Heraldik, den Ekspeditionssekretär P. Warming mit der Bitte um Rat und Anleitung hinsichtlich der Wappengestaltung.

Warming unternahm umfassende Untersuchungen über die Geschichte des Kirchspiels Hedensted. Sämtliche Publikationen, in denen Angaben über die Vorzeit der Gemeinde und die Geschichte der Kirche vermutet wurden, wurden gründlich durchforstet. Unter anderem wurde untersucht, ob der Ortsname Hedensted seinen Ursprung von der umliegenden Heidelandschaft (dän. Hede) ableitet, oder ob der Name auf „eingezäuntes Gebiet" (dän. indhegning) hinweist. Aber alle Anstrengungen blieben erfolglos.

Warming unterbreitete daraufhin dem Gemeinderat einen Wappenvorschlag, der dann auch anerkannt wurde. Die heraldische Blasonierung im Staatsanzeiger (Statstidende) vom 13. Juli 1974 lautete wie folgt:

„Im Wappen sieht man ein silbernes Feld und ein rotes Feld, geteilt durch eine teils abwärts und eine teils aufwärts gebogene Linie, mit einem roten Ochsenkopf beziehungsweise einem silbernen Zahnrad."

Der Ochsenkopf symbolisiert die lange Tradition der Viehzucht, die das Erwerbsleben der Gemeinde prägt. Das Zahnrad steht für die erfolgreiche Ansiedlung recht umfassender und verschiedenartiger Industriegewerke. Die gebogene Teilungslinie geht auf den Slogan „Hedensted, kommunen med sving i" (Hedensted, die Gemeinde mit Schwung) zurück, mit dem die frühere Doppelgemeinde Hedensted-Groß Dalby warb. Er rührte von der alten Hauptstraße A10 her, die sich durch den Ort wand, heute aber um den Ort herumgeführt wird.

Das Wappen wurde am 19. Mai 1971 vom Innenministerium anerkannt und am 17. April 1974 beim Direktorat für Patent- und Warenmarkenwesen zur Registrierung angemeldet.

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Hohenwestedt

 

in Symbol auf einem Fundstück aus vorgeschichtlicher Zeit prägt als einzige Figur das Wappen der Gemeinde Hohenwestedt. Auf dem "Schalenstein" fand man das im Wappen wiedergegebene Radkreuz, ein sehr vielfältig zu interpretierendes Symbol.

In vorchristlicher Zeit galt das Radkreuz als Sonnensymbol und nimmt Bezug auf die vielen Thingplätze in der Umgebung.

Nach der Christianisierung des Nordens kann das Rad- oder Sühnekreuz als christliches Symbol verstanden werden. In dieser Bedeutung verweist es auf die 1217 erfolgte Erwähnung von "Wetstede" als Kirchort.

Eine weitere erkennbare Deutung ist die vorteilhafte verkehrsgeographische Lage des Ortes an einem historischen Wegekreuz. In Hohenwestedt kreuzten sich die "Lübsche Trade" und der "Ochsenweg". Die Lübsche Trade, von der sich heute kaum noch Spuren finden lassen, war bis Mitte des 16. Jahrhunderts eine bedeutende Ost-West-Verbindung von Lübeck über Segeberg und Neumünster nach Dithmarschen.

In Hinblick auf die Neuzeit versinnbildlicht das Rad den Aufschwung der Gemeinde, die sie durch die Ansiedlung von Industrie und die damit verbundene rege Bautätigkeit genommen hat. Der geschlossene Kreis des Radkreuzes betont ferner den Gemeinschaftssinn der Einwohnerschaft.

Die Schildspaltung und die damit verbundene "Verwechslung" der Tinktur bringt die hemmenden und fördernden Faktoren zum Ausdruck, deren wechselvolles Zusammenspiel die Entwicklung der Gemeinde bestimmt hat.

Das Wappen wurde am 5. Mai 1961 durch den Innenminister des Landes Schleswig-Holstein genehmigt.

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Jevenstedt

 

"Von Silber und Rot im Wellenschnitt geteilt. Oben ein mit einem goldenen Schwert überdeckter, widersehender Lindwurm, unten ein Göpel in verwechselten Farben", so lautet die amtliche Blasonierung des Gemeindewappens von Jevenstedt. Auf den ersten Blick verweist hier nichts auf den Ochsenweg; hinterfragt man jedoch die Bedeutung der Symbole, dann erfährt man , daß der Göpel den Ochsenweg symbolisieren soll. Der von Norden kommende Ochsenweg gabelt sich in Jevenstedt. Eine Trasse führt über Neumünster weiter, die andere über Itzehoe. Diese Tatsache wird im Wappen durch den Göpel dargestellt, eine heraldisch vorbildliche Lösung, da die Figur für sich selbst spricht.

Seit dem Mittelalter ist Jevenstedt Kirchspielort. Sowohl die Lage am Ochsenweg als auch die Funktion als kirchliches Zentrum waren für die Gemeinde seit jeher von großer Bedeutung. Im Kirchspielsiegel von 1528 wird der Schutzpatron der Pfarrkirche, der heilige Sankt Georg, mit seinen Attributen Schwert und Lindwurm gezeigt. Das Gemeindewappen greift durch die Darstellung dieser Attribute auf den Schutzheiligen und damit auf das Siegel zurück.

Die Wellenschnitteilung stellt die Jevenau dar, an welcher der Ort liegt.

Die Tingierung des Wappens lehnt sich an die Farben des früheren Herzogtums Holstein an, zu dem Jevenstedt gehörte. Rot und Silber sind die Farben Holsteins.

Das Wappen wurde am 21. März 1985 genehmigt.

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Kropp

 

Das Wappen der Gemeinde Kropp ist von Gold und Grün schräglinks geteilt. Oben zeigt es einen roten Ochsenkopf en face, d.h. frontal gestellt, unten nebeneinander drei silberne Eichenblätter. Die Genehmigung zur Wappenführung wurde am 15.11.1983 erteilt.

Erstmals erwähnt wurde "Croop" 1285 in der Lunder Erzbischofschronik unter den königlich dänischen Gütern. Der Ortsname bedeutet "Kropf" im Sinne der flachen Wölbung des Sanders, auf dem der Ort liegt. Die Geschichte Kropps wird durch die Lage am Ochsenweg geprägt, der sich hier durch eine natürliche Engstelle zwängen mußte. Östlich von Kropp hinderte dichter Eichenwald den Verkehr, im Westen war das Land sumpfig. Dieser Engpaß begünstigte auch Wegelagerei, Plünderei und Überfälle auf die Reisenden. So mahnt noch heute eine Inschrift an einem Gasthof in Kropperbusch die Reisenden: "Du büss Kropperbusch noch ni vörbi!".

Die zwischen den dichten Eichenwäldern und den Sumpfgebieten gelegene Loheide bot regulären Heeren einen idealen Aufmarsch- und Kampfplatz. So litt der Ort im Verlaufe der Geschichte des öfteren unter Kampfhandlungen und den durch die Heere angerichteten Verwüstungen. Um 600 n.Chr. fand hier der Sage nach ein Kampf zwischen dem Gotenkönig Agentyr und dem Hunnenkönig Löd statt. Am 28. Juli 1261 kämpften die Heere des Schleswiger Herzogs Erich II und der dänischen Königinwitwe Margarete, genannt die "Schwarze Griet", um die Vorherrschaft im Lande.Im Nordischen Krieg wurde Kropp 1713 von Russen und Sachsen, den Verbündeten der Dänen, schwer verwüstet. Ein Bild vom "Jüngsten Gericht" in der Kropper Kirche trägt die Inschrift: "...alß der Russ- und Sachsenmacht unß der Sünden straffe bracht."

Der rote Ochsenkopf im Gemeindewappen deutet die Lage am historischen Ochsenweg an. Die Eichenblätter nehmen Bezug auf die einstmals reiche Eichenbewaldung im Gebiet um Kropp. Es wird behauptet, daß das frühneuzeitliche Amsterdam auf Pfählen, die aus Kropper Eichenwälder stammen, errichtet worden sei.

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Oersdorf

 

Das Wappen zeigt in silbernem Feld einen blauen Schräglinksbalken. Die Verwendung des Begriffes "links" ist hierbei aus heraldischer Sicht zu verstehen, also aus der Sicht des Schildträgers. Oben oder vorne wird der Schräglinksbalken von einem bewurzelten grünen Laubbäumchen begleitet, unten oder hinten von einem sechsspeichigen roten Wagenrad. Das Wappen wurde am 11. Dezember 1993 genehmigt.

Der blaue Balken symbolisiert die Ohlau, die durch das Gemeindegebiet fließt. Die Größe der Figur betont die Bedeutung dieses beherrschenden Faktors der Gemeindetopographie.

Das Laubbäumchen verweist auf die Aufforstungsbemühungen der Gemeinde. Ein Sechstel der gesamten Gemeindefläche sind dadurch mittlerweile bewaldet. Historisch steht es für den Kisdorfer Wohld, der bis an die Ohlau reichte. Für die Bewohner von Oersdorf ergab sich hieraus die Möglichkeit der Köhlerei und des Handels mit Holzkohle.

Das Wagenrad weist auf die Mobilität der Ortsbevölkerung als Pendler innerhalb der heutigen Gesellschaft hin. Aus historischer Sicht deutet das Rad die verkehrsgünstige Lage am alten Ochsenweg an, die der Ortschaft bereits früh gute Handelsmöglichkeiten bot. Die Sechszahl der Speichen weist Oersdorf als Kreuzungspunkt von sechs Straßen und Wegen aus.

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Oeversee

 

Die Zentralfigur des Oeverseer Wappens ist der Wehrturm der Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert. Er ist Ausdruck der Lage des Ortes an der alten Heer- und Handelsstraße, dem Ochsenweg, dargestellt durch den silbernen Wellenfaden. Der blau tingierte obere Teil des Schildfußes versucht die bildliche Umsetzung des Ortsnamens, der mit „über den See" gedeutet wird. Gemeint ist der Sankelmarker See. Die fruchtbaren Wiesen der Treeneniederung werden durch den grün gehaltenen unteren Teil des Schildfußes symbolisiert.

Oeversee ist mit der jüngeren Geschichte des Landesteils Schleswig fest verbunden. Der Versuch Dänemarks, das Herzogtum Schleswig in den dänischen Gesamtstaat zu integrieren, war einer der Gründe, die 1848 zur Erhebung in Schleswig-Holstein führten. Da die militärischen Kräfte der Herzogtümer Schleswig und Holstein zu schwach waren, um den Kampf gegen Dänemark alleine erfolgreich durchzuführen, eilte der Deutsche Bund zur Hilfe. In der Osterschlacht bei Schleswig am 23. April 1848 schlugen die deutschen Bundestruppen das dänische Heer, welches sich daraufhin nach Norden absetzte. Im Rahmen dieser Absetzbewegungen kam es am 24.04.1848 an einem regnerischen, stürmischen Tag zum Nachhutgefecht bei Oeversee, welches gleichfalls mit einer dänischen Niederlage endete. Das Gefecht gewann insofern größere Bedeutung, als die dänische Hauptmacht sich nun schneller zurückzog. Für den Ausgang dieses Krieges blieb das Gefecht bedeutungslos. Im Londoner Protokoll von 1852 wurde die Zugehörigkeit der beiden Herzogtümer zum dänischen Staat anerkannt; Dänemark verpflichtete sich jedoch zugleich, Schleswig nicht in das Königreich zu einzugliedern.

Im November 1863 verkündete der dänische König Christian IX die Eingliederung des Herzogtums Schleswig in den dänischen Staat. Preußen und Österreich protestierten dagegen und forderten Dänemark ultimativ auf, sich an die Beschlüsse des Londoner Protokolls zu halten. Als Dänemark dieses Ultimatum ablehnte, griffen Preußen und Österreich zu den Waffen. Am 1. Februar 1864 überschritten ihre Truppen die Eiderlinie. Einen Tag später versuchten die Preußen vergeblich den Schleiübergang bei Missunde. Am 5. Februar gelang ihnen der Übergang bei Arnis, was die Dänen zur Aufgabe und Räumung des Dannewerkes veranlaßte. In geordnetem Rückzug zogen sie sich nach Flensburg zurück; ihre Nachhut bezog bei Oeversee eine starke Verteidigungsposition. Die nachrückenden Österreicher stießen am 6. Februar nachmittags auf die dänischen Stellungen und griffen sofort an. Am späten Abend fand der erbitterte Kampf ein Ende, die dänische Nachhut war vernichtend geschlagen. Der Siegeslauf der verbündeten Preußen und Österreicher ging unaufhaltsam weiter und zwang Dänemark schließlich im Frieden zu Wien seine Rechte an den Herzogtümern Schleswig, Holstein und Lauenburg zugunsten des Kaisers von Österreich und des Königs von Preußen abzutreten.

Die Oeverseer waren am 6. Februar den ganzen Kampftag über Augenzeugen des Geschehens gewesen. Das mag mit ein Grund dafür sein, daß sich dieses Gefecht bei Oeversee so fest in die Volkserinnerung verankert hat. Jahr für Jahr nehmen viele Bürger an dem traditionellen Oeverseemarsch teil, der an diese Schlacht erinnern soll. Diesen historischen, für den Landesteil Schleswig bedeutenden Ereignissen, wird durch die Darstellung zweier gekreuzter Säbel im heraldisch rechten Obereck Rechnung getragen.

In der (heraldisch gesehenen) linken Oberecke zeigt das Gemeindewappen ein Wassermühlrad. Es steht für die nordöstlich des Ortsteiles Frörup an der Treene gelegene Wassermühle, deren Geschichte sich bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen läßt. Sie war die einzige Zwangsmühle der Uggelharde; sämtliche königlichen Untertanen mußten hier ihr Korn mahlen lassen.

Die Erlaubnis zur Führung des von Heinz Reinhold aus Stenderupfeld geschaffenen Wappens wurde am 3.10.1989 erteilt.

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Quickborn

 

In der Genehmigungsverfügung vom 19. April 1958 wird das Wappen der Gemeinde Quickborn im Kreis Pinneberg wie folgt beschrieben: "In Rot auf einem silbernen Brunnenpfahl, der aus der Mitte eines rechteckigen, gemauerten silbernen Brunnenbeckens hervorwächst und nach beiden Seiten einen Wasserstrahl im Bogen in das Becken sendet, eine sitzende goldene Eule in Vorderansicht, begleitet von zwei silbernen Seeblättern."

Die Zentralfigur des Wappens, der Brunnen, stellt in redender Weise den Ortsnamen dar, der nämlich "lebender Born" oder "schnell sprudelnde Quelle" bedeutet. Die erste Erwähnung des Ortes geschah 1369.

Auf die die Ortsentwicklung begünstigende Lage am Ochsenweg wird durch die auf dem Brunnen sitzende Eule hingewiesen. Sie symbolisiert den historischen, etwa 1920 abgebrochenen Gasthof "Uhlenkrog", der den Ort früh über seine Grenzen hinaus bekannt machte. Die in regelmäßigen Abständen entlang des Ossenpadd betriebenen Wirtshäuser waren nämlich wichtige Rast- und Ruhestätten für Reisende und das Vieh. Ihre Bedeutung läßt sich mit den Rasthöfen entlang einer modernen Autobahn vergleichen.

Die beiden See- oder Mumblätter repräsentieren den "Groten See" und den "Lütten See", die beiden großen Gewässer innerhalb des Gemeindegebietes.

Die Farbgebung des Wappens erfolgte in den Farben Holsteins, Rot und Silber, um die Zugehörigkeit hervorzuheben. Für den Entwurf zeichnet der Brunsbütteler Heraldiker W. H. Lippert.

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Rødekro (Rothenkrug)

Im Jahre 1649 sah sich der Amtmann von Apenrade (Åbenrå) gezwungen, wegen seiner nicht standesgemäßen Ehe sein Amt niederzulegen. Er errichtete für sich und seine Frau eine kleine Hütte am Heer- und Ochsenweg, in der sie einen Ausschank betrieben. Der Ausschank erfreute sich so großer Beliebtheit, daß schon bald ein richtiger Krug gebaut wurde.

Gut 100 Jahre später wird dieses Gasthaus erstmals als Rothenkrug bezeichnet. Der Name rührt von der roten Au (Rødå) her, welche vor dem Gebäude fließt und deren rötliche Färbung vom eisenhaltigen Boden stammt.

Der Rothenkrug (Røde Kro) befindet sich auch heute noch an der gleichen Stelle. Nach ihm wurden später der ganze Ort und die Großgemeinde benannt.

Das 1970 nach der Kommunalreform angenommene Wappen der Gemeinde Rødekro (Rothenkrug) zeigt in Rot drei pfahlweise angeordnete goldene Ochsenschädel mit Hörnern, welche mit einem aufrecht stehenden silbernen Schwert hinterlegt sind.

Die Ochsenschädel verweisen auf den Ochsenweg, der durch den Ort führte. Die rote Schildfarbe wird mit der Farbe des Ochsenblutes in Verbindung gebracht. Zugleich erinnert sie an die Herleitung des Ortsnamen von der rotgefärbten Au. Das Schwert symbolisiert die Bedeutung des Ochsenweges als Heerweg.

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Schuby, Amt

Das Wappen zeigt unter einem grünen Rautenbalken im Schildhaupt mit fünf Rauten einen roten Ochsenkopf en face.

Dem Amt Schuby gehören die fünf Gemeinden Hüsby, Idstedt, Lürschau, Neuberend und Schuby an. Ihre Zahl wird durch die Anzahl der Rhomben im Rautenbalken wiedergespiegelt; zugleich soll die Aneinanderreihung der Rauten das gemeinsame Miteinander der Gemeinden auf Amtsebene demonstrieren. Das Grün des Rautenbalkens weist auf die einst waldreiche Region hin.

Die Lage der amtszugehörigen Gemeinden am alten Ochsenweg symbolisiert der rote Ochsenkopf.

Die Farbe Gold steht für den sandigen Geestboden der Landschaft.

Das Wappen wurde durch Erlaß des Innenministers des Landes Schleswig-Holstein vom 21.05.2001 genehmigt.

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Tyrstrup (erloschenes Wappen)

Das Gemeindewappen zeigt einen roten Stier mit goldenen Hörnern, Hufen und Nasenring in silbernen Feld. Das Feld ist mit 6 roten Sternen belegt. Dieses Wappen nahm die ehemalige Gemeinde Tyrstrup 1951 in Gebrauch.

Der Stier soll in redender Weise den Ortsnamen erklären (dän. tyr = Stier). Er wurde dem Siegel der früheren Sønder Tyrstrup Herred (Süd-Tyrstrup-Harde) entlehnt. Seit 1700 ist es nachgewiesenmaßer bekannt. Die Sterne repräsentieren die sechs ehemaligen eigenständigen Gemeinden, die zur Kommune Tyrstrup zusammen geschlossen waren.

1970 verlor Tyrstrup im Rahmen der Kommunalreform seine Eigenständigkeit und verschmolz mit der Kommune Christiansfeld.

In seinen gesammelten Beschreibungen des Amtes Haderslev (Hadersleben) beschreibt der Priester P. Rohde 1775 die Schönheit der Tyrstrup Harde. In höchsten Tönen preist er die Fruchtbarkeit und Schönheit der Landschaft und vergleicht sie mit der Insel Lolland, wo er zuvor Priester war. Auf „sattgrünen Weiden" schreibt er: „ springen die fetten Ochsen umher und fressen sich fett". So ist es nicht verwunderlich, wenn das Herred-Siegel einen springenden Ochsen zeigte.

Die Ochsen dieses fruchtbaren Landstriches wurden über den nahe gelegenen Ochsenweg zur Vermarktung nach Süden getrieben.

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Vejen

 

Bis in das 19. Jahrhundert war Vejen eine kleine Siedlung mit einer romanischen Kirche, an der Kreuzungsstelle alter, historischer Wegeverbindungen gelegen. Die ost-westführende Verbindung zwischen Kolding an der Ostsee und Ribe (Ripen), bzw. Varde an der Nordsee und der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Heerweg schnitten sich hier. Die in Vejen stattfindenden Kram- und Viehmärkte reichen bis in die Vorgeschichte zurück. Als Beweis hierfür mögen die vielen Fundstücke aus römischer Fabrikation dienen. In der Nähe Vejens, in Læborg, fand man ein Bleisiegel mit der Abbildung des Herzog Balduin von Flandern. Es wird um 1030 n.Chr. datiert und belegt den Fernhandel dorthin.

Mit dem Bau der jütländischen Eisenbahnquerverbindung 1874 erhielt Vejen einen Bahnhof und wurde "stationsby". Damit setzte ein spürbarer wirtschaftlicher Aufschwung ein.

Der größte Sohn Vejens ist ohne Zweifel der 1861 hier geborene und 1941 hier verstorbene Bildhauer und Keramiker Niels Hansen Jacobsen. Seine Arbeiten setzen in einzigartiger Weise dramatische Szenen der nordischen Mythologie um. Eine Dauerausstellung seiner Werke im örtlichen Kunstmuseum an der Østergade hält sein Wirken in ehrender Erinnerung. Vor dem Museum steht in einer Brunnenanlage die 1896 geschaffene überlebensgroße Figur eines Kobolds. "Trolden, der vejrer kristenkød", der „Troll, der Christenfleisch wittert" ist seit seiner Aufstellung im Jahre 1922 das Wahrzeichen der Kommune. Nichts lag näher, als diesen Troll zur Siegelmarke der Gemeinde im gleichen Jahr zu wählen. Allerdings war die Aufstellung des Trolls als Springbrunnenfigur und die Übernahme in das Stadtsiegel nicht unumstritten; nur 6 von 11 Gemeinderatsmitglieder stimmten dafür. Der Rest war gegen dieses „sonderbare Gespenst". Das 1922 geschaffene Wappen zeigt die silberne Trollfigur auf rotem Grund.

Um 1932 erfolgte aus nicht näher bekannten Gründen eine Wappenänderung. Ein silbernes Zahnrad beseitet von zwei goldenen Ähren wurden zusätzlich in das Wappen aufgenommen. Vielleicht sollte damit ein Hinweis auf die Haupterwerbszweige der Bevölkerung gegeben werden, Industrie und Landwirtschaft.

Die 1970 in Dänemark durchgeführte Kommunalreform führte zu Eingemeindungen umliegender Orte und damit zu einer Vergrößerung des Gemeindegebietes. Auch in der Wappenfrage erfolgte eine Neuorientierung. Lediglich die Zentralfigur der früheren Wappen, der "Troll, der Christenblut riecht" (Trold, der lugter kristenblod), wurde übernommen. Daneben besann man sich auf die geographische Lage am Schnittpunkt historischer Wegetrassen. Das Ergebnis ist eine moderne Komposition aus der gelungen Verbindung eines charakteristischen Exemplares heimischer Kunst und der geographischen Lage. Das Wappen wurde 1977 angenommen.

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Wedel

 

Die Stadt Wedel führt ein altes, an ein historisches Siegel angelehntes Wappen.

1212 wurde Wedel erstmals erwähnt. Der Ort entstand an einer Fährstelle über die Elbe. Hier trafen sich die zum Teil parallel verlaufenden Trassen des von Norden kommenden Ochsenweges. Im 16. und 17. Jahrhundert führte der Ochsenhandel zu einer wirtschaftlichen Blütezeit Wedels. Als Zeichen der Marktgerechtigkeit wurde auf dem Marktplatz eine Rolandsstatue errichtet. Die zunächst hölzerne, ab 1585 farbige Sandsteinfigur sollte das Aussehen Kaiser Karls des Großen haben. 1786 erhielt der Ort das Fleckenrecht. Damit verbunden war die Genehmigung zur Führung eines Siegels, welches den geharnischten Roland zeigte.

1875 erhielt Wedel das Stadtrecht und nahm das zuvor geführte Siegelbild als Wappen an. Der Wappenentwurf ist dem Heraldiker Hans Freiherr von Weißenbach zuzuschreiben. Eine Genehmigung des Wappens erfolgte jedoch offenbar nicht. 1963 entwarf der Heraldiker W. H. Lippert aus Brunsbüttelkoog eine neue zeichnerische Darstellung des Wappens, welches am 26. November 1963 genehmigt wurde: "In Rot das silberne holsteinische Nesselblatt, darin die golden gerüstete, rot gegürtete, schwarzbärtige Gestalt eines Roland in Vorderansicht mit rotem, blaugefüttertem, zurückgeschlagenem Mantel, auf dem Kopf die goldene mittelalterliche Kaiserkrone, in der rechten Hand ein bloßes silbernes Schwert mit goldenem Knauf an die rechte Schulter gelehnt, in der linken der goldene Reichsapfel."

Das Nesselblatt im Wappen zeigt die Zugehörigkeit der Stadt zu Holstein und die Landesherrschaft der Schauenburger Grafen bis 1640 an.

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Wiemersdorf

Das Wappen von Wiemersdorf zeigt in Grün drei goldene Ochsengehörne in der Stellung 2:1 und im goldenen Schildfuß drei rote Mauersteine in der Stellung 2:1.

Die Ochsengehörne verweisen unverkennbar darauf, daß die wichtigste Handelsstraße des Mittelalters, der Ochsenweg, auf der östlichen Trasse zwischen Neumünster und Bramstedt durch den Ort Wiemersdorf führte. Heute wird die wirtschaftsfördernde Wirkung des Ochsenweges durch die Bundesstraße 5 übernommen.

Die Ziegelsteine zeugen von der in Wiemersdorf im 19. Jahrhundert erfolgreich betriebenen Ziegelherstellung. Ihre Anzahl symbolisiert die drei Hufen, die das Kloster Neumünster nach einem um 1200 erstellten Güterverzeichnis hier in "Wimeresthorpe" besaß.

Die Wappenfarben Grün und Gold deuten die Grünlandnutzung und den Getreideanbau an. Beide Nutzungsarten der Landwirtschaft prägen noch heute das Bauerndorf Wiemersdorf.

Das Wappen wurde am 18. August 1993 genehmigt.

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